Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.18419/opus-1753
Authors: Herrmann-Lobreyer, Monika
Title: Die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrsangebots für mobilitätseingeschränkte Personengruppen : mithilfe von Gender Planning am Beispiel der Region Stuttgart
Other Titles: The improvement of public transport for disabled persons : by use of gender planning in Stuttgart region
Issue Date: 2007
Publication type: Dissertation
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:93-opus-33519
http://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/1770
http://dx.doi.org/10.18419/opus-1753
Abstract: Diese Arbeit geht davon aus, dass gleichberechtigte Planung und Gender Planning nur Sinn machen, wenn für alle mobilitätseingeschränkten und mobilitätsbehinderten Personengruppen ausreichende Daten vorliegen und allen Gruppen gleicher Zugang zur Beteiligung am Planungsprozess ermöglicht wird. Somit können Diskussionen um Gender Planning nur dann erfolgreich sein, wenn sie diese Aspekte berücksichtigen, die eine Basis für alle weiteren analytischen und empirischen Arbeiten darstellen, auf die aufgebaut werden kann. Es geht um die Beantwortung der Fragen, welche Möglichkeiten zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots für mobilitätseingeschränkte Personengruppen bestehen und welche Rolle Gender Planning dabei einnehmen kann. Zuerst wird die Problemlage skizziert und dargestellt, welche Anforderungen diese Personengruppen an den ÖPNV stellen (Kap. 2.1) und welche Defizite (Kap. 2.2) in der Literatur dargestellt werden. Danach wird auf die Möglichkeiten eingegangen, die Gender Planning zur Lösung der genannten Defizite beitragen könnte (Kap. 2.3). Es wird die These formuliert (Kap. 2.4), nach der für eine besondere Ausprägung der lokalen Anforderungen mobilitätseingeschränkter Personengruppen an das ÖPNV-Angebot vor allem das Alter, das Geschlecht, der Lebensstil ausschlaggebend zu sein scheinen. Abschließend werden Handlungsempfehlungen unterbreitet, wie die Anforderungen dieser Personengruppen an den ÖPNV künftig kontinuierlicher Bestandteil der Planung sein könnten. Eine Grundlage hierfür ist die Annahme, dass es Gruppen gibt, die durch die derzeitigen lokalen und regionalen Erhebungsmethoden und Erhebungsstandards nicht repräsentativ erfasst und im Planungsprozess nicht gemäß den gleichstellungsrechtlichen Vorgaben und den Vorgaben der Landesnahverkehrsgesetze in ihren Bedürfnissen berücksichtigt werden. Insbesondere in Hinblick auf demografisch bedingte Veränderungen der wichtigsten Nutzergruppen des ÖPNV sollte eine differenzierte Datenerhebung selbstverständlich sein, die zumindest die Kriterien Alter, Geschlecht und soziodemografische Situation berücksichtigt. Ein besonderer Einfluss auf die Berücksichtigung der Anforderungen dieser Personengruppen an den ÖPNV wird u.a. den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Erhebungsstandards seitens des VDV nachgewiesen. Die Arbeit beschäftigt sich intensiv mit den rechtlichen Voraussetzungen für die gleichberechtigte Berücksichtigung und Einbeziehung dieser Personengruppen im Rahmen von Erhebungen und bei der Fortschreibung von Nahverkehrsplänen und anderen ÖPNV-Planungen (Kap. 3.1.2). Dabei soll geklärt werden, welche Möglichkeiten die bestehende Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Gender-Aspekten im ÖPNV beinhaltet. Ein weiteres Element ist die Analyse der bestehenden Erhebungsverfahren hinsichtlich einer Berücksichtigung der Gender-Gruppen (Kap. 3.1.3). Bisher nehmen nur die bundesweiten Erhebungen zur Mobilität Differenzierungen vor. Am Beispiel der Region Stuttgart (Kap. 4) wird geschildert (Kap. 5), in welcher Form diese Personengruppen durch die Datenerhebung und Nahverkehrsplanung berücksichtigt werden, welche Hemmnisse bestehen, welche besonderen Anforderungen sie stellen und wie sie sich eine gleichberechtigte Planung vorstellen. Es werden Strategien entworfen, die den Gruppen die Einforderung einer differenzierteren Datenerhebung im ÖPNV ermöglichen sollen. Im Ergebnis (Kap. 6) wird eine Ergänzung der bisherigen Standarderhebungen als Minimallösung vorgeschlagen, die ergänzt werden sollte durch die durchgängige Einbeziehung dieser Personengruppen bei der Nahverkehrsplanung. Als Handlungsempfehlung für die Verkehrswissenschaft ergibt sich die Forderung nach einer Neuauflage des Standardwerkes »Verkehrserhebungen« des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unter Berücksichtigung des Gender-Aspekts. Die Bundesverkehrspolitik ist gefordert, dafür zu sorgen, dass der Gender-Aspekt explizit und verpflichtend Eingang in die verkehrsrelevanten Gesetzestexte findet. Die Einrichtung von Gender-Fachbeiräten im Verkehrswesen wird empfohlen (Kap. 7). Am Ende wird sich zeigen, dass mobilitätseingeschränkte und mobilitätsbehinderte Personengruppen durchaus ein Interesse an der Einbeziehung in die ÖPNV-Planungen haben, aber sie müssen auch dazu zugelassen und dabei unterstützt werden. Ob ihre Kompetenzen Eingang in die Planung finden, hängt von den sehr unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Gruppen, aber noch viel mehr von verbindlichen politischen Vereinbarungen und anderen Einflüssen ab. Allein verbaler »good will« zur Berücksichtigung der Belange mobilitätseingeschränkter und -behinderter Menschen und zum Gender Planning reicht nicht, es müssen auch Entscheidungen und Umsetzungen folgen (Kap. 7). Vor diesem Hintergrund könnte die Europäische Union zu einer kurzfristigen Implementierung beitragen, wenn sie diesbezügliche Forschungsprojekte und Umsetzungen in ihre Förderprogramme aufnehmen würde.
This thesis assumes that planning - taking into account the different requirements of different groups of people, e.g. the handicapped, senior citizens, women with prams - is only useful if there is sufficient data for all persons whose mobility is impaired and all groups are able to participate equally in the planning process. Discussions about gender planning can therefore only be successful if they take those aspects into consideration that constitute a basis for all further analytical and empirical studies. The present study is concerned specifically with providing answers to the questions of what possibilities exist to improve public transport facilities for persons whose mobility is impaired, and of the role gender planning can play in this context. First, the problems are outlined and the requirements of groups with restricted mobility with regard to public transport (Chap. 2.1) are described, and an analysis is provided of the deficits (Chap. 2.2) as portrayed in the specialist literature. Then the possibilities are examined regarding the contribution that gender planning could make to eliminate the stated deficits (Chap. 2.3). The next step is to formulate the thesis (Chap. 2.4) according to which, for a special characterisation of local requirements regarding public transport facilities on the part of groups with impaired mobility, e.g. age, gender, lifestyle or role behaviour seem to be decisive. A basic premise is that there are groups of people who are not included in the current local and regional data collection methods and standards, and consequently their requirements are not taken into consideration in accordance with the equality laws and the state public transport laws. In particular with regard to the demographic change, a differentiated data collection should be a matter of fact, at least taking into consideration the criteria of age, gender and socio-demographic situation. Proof is provided of the special influence on the consideration of the requirements of groups with impaired mobility with regard to public transport e.g. in the context of the legal framework and the data collection standards on the part of the VDV (Assoc. of German Public Transport Companies). The study intensively analyses the legal prerequisites for the fair consideration and inclusion of groups with impaired mobility in future local public transport plans and other public transport planning (Chap. 3.1.2). The study intends to clarify what possibilities the existing legislation offers for the consideration of gender aspects in public transport. A further element is to analyse the existing data collection procedures with regard to the consideration of gender groups (Sec. 3.1.3). The federal data collection methods distinguish according to age, gender, lifestyle and reasons for mobility impairment, the local planners do not use this methods. Using the example of the Stuttgart region (Chap. 4, 5), an analysis is made of the manner in which groups with impaired mobility are taken into consideration in the data collection and local transport planning, of their special requirements, and of how they themselves envisage fair participation. Strategies are devised and discussed which are aimed at providing the affected groups with possibilities for communication and for demanding differentiated public transport data collection methods. The conclusion (Chap. 6) suggests as a minimum the supplementation of the previous data collection standards by comprehensive participation of groups with impaired mobility in local transport planning. As a recommendation for action for transport science, a new edition of the standard framework "Verkehrserhebungen" (public transport survey) of the VDV (Association of German Public Transport Companies) is required to consider gender issues. Federal transport policy is asked to ensure that gender aspects become an explicit and obligatory part of laws relevant to public transport. An advisory council for gender issues in public transport is demanded. As a conclusion it will be shown that groups with impaired mobility are still interested in participating in local public transport planning but they need to be supported and empowered to participate. Whether these competences can become part of planning depends on the very different situations of the various groups, and much more on binding political agreements and other effects. Verbal agreements concerning the consideration of the requirements of groups with impaired mobility are not enough – decisions and implementation must follow. Against the background of inadequate laws in Germany concerning gender planning in public transport, the European Union could contribute to stronger implementation by integrating in its promotion programme the issue of gender planning projects in public transport.
Appears in Collections:04 Fakultät Energie-, Verfahrens- und Biotechnik

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
Diss_komplett.pdf24,77 MBAdobe PDFView/Open


Items in OPUS are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.