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OPUS - Beschreibung und Grundsätze


Grundsätze

Ein erster Schritt zu einem landes- oder bundesweiten Publikationsverbund besteht in der Erfassung und Organisation elektronischer Volltexte an der Universität Stuttgart. Ein möglichst breites Spektrum von Dokumenten, die für Forschung und Lehre relevant sein können, soll berücksichtigt werden, ohne dabei jedoch in Beliebigkeit zu verfallen. Dies bedeutet, daß keine Dokumente stark ephemeren Charakters, wie beispielsweise Konferenz- oder Vortragsankündigungen, Hinweise auf Lehrveranstaltungen etc., aufgenommen werden. Vielmehr sind es die Ergebnisse und Inhalte derartiger Veranstaltungen, die in ungekürzter Form in den Publikationsverbund eingehen sollen.

Der Sammelauftrag der Universitätsbibliothek umfasst die Speicherung, Katalogisierung und Archivierung aller durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Stuttgart veröffentlichten elektronischen wissenschaftlichen Dokumente. Dies bezieht sich sowohl auf rein elektronische Publikationen als auch auf elektronische Versionen gedruckter Dokumente.

Die Urheberrechte der Autorinnen und Autoren bleiben gewahrt. Die Veröffentlichung auf dem Dokumenten- und Publikationsserver steht einer weiteren Veröffentlichung der Dokumente in Fachzeitschriften oder Monographien sowie auf anderen Servern nicht entgegen. Gemäß den Empfehlungen des Wissenschaftsrats werden alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Stuttgart aufgefordert, sich beim Abschluss von Verlagsverträgen ein entsprechendes weiteres Nutzungsrecht zu sichern und die von ihnen verfassten Dokumente zusätzlich - eventuell nach einer Sperrfrist - auf dem Dokumentenserver zu veröffentlichen.

Folgende Kategorien elektronischer Dokumente werden gespeichert und über den Publikationsverbund verbreitet:

  1. Publikationen und Publikationsreihen der Universität Stuttgart mit wissenschaftlichen Inhalten wie z.B. die Schriftenreihe der Universitätsbibliothek,
  2. durch Angehörige der Universität Stuttgart herausgegebene Publikationen und Publikationsreihen wie Sammelwerke, Kongressbände und -beiträge, Forschungsberichte, Zeitschriften und Artikel,
  3. Dokumente, deren Veröffentlichung durch Prüfungsordnungen vorgeschrieben ist (Dissertationen und Habilitationsschriften),
  4. Publikationen und Publikationsreihen von mit der Universität Stuttgart assoziierten Einrichtungen und Personen,
  5. Prüfungsarbeiten wie Diplom-, Magister- und Studienarbeiten, nach den jeweiligen Vereinbarungen mit dem zuständigen Fachbereich der Universität Stuttgart.

Ein derartiges System kann nur durch die Teilnahme aller Universitätsangehörigen zum Erfolg führen. Die für den Betreib des Publikationsverbundes verantwortlichen Einrichtungen möchten daher auch an dieser Stelle darum bitten, möglichst alle wissenschaftlichen und für die Universität relevanten Dokumente (dazu zählen auch Vorlesungs- oder Seminarmanuskripte) in elektronischer Form zu erstellen und auch zu übermitteln.


Beschreibung

Dokumente der Universitätsangehörigen können, vom Arbeitsplatz aus, per File-Upload über ein HTML-Formular auf einen Volltext-Server eingebracht werden. Als vielseitiges und plattformunabhängiges Format, in dem die eingebrachten Texte einschließlich aller Graphiken abrufbar sind, ist PDF (Portable Document Format) vorgesehen. Für eine langfristige Archivierung wäre als Format SGML (Standard Generalized Markup Language) wünschenswert, dies ist aber derzeit mit vertretbarem Aufwand technisch nicht realisierbar. Zum Wiederauffinden relevante Angaben (sog. Metadaten) - angefangen beim Namen des Verfassers bis hin zu Abstracts - können vom Verfasser über ein Formular erfaßt werden, das im WWW aufgerufen werden kann. Die Fakultät Informatik hat hier im Rahmen der Teilnahme an den fachspezifischen Projekten MeDoc ("Multimedia electronic Documents") und NCSTRL (Networked Computer Science Technical Reports Library) erste Vorarbeiten geleistet. Darauf aufbauend wurde dieses erweiterte und für die gesamte Universität einheitliche Informationssystem eingerichtet.

Als Grundlage für die Metadaten dient das aus fünfzehn Basiselementen bestehende Dublin Core Metadata Element Set (kurz Dublin Core bzw. DC). Die Library of Congress (LoC), das Online Cataloging Library Center (OCLC) und eine Reihe von Nationalbibliotheken wie die Deutsche Bibliothek setzen sich produktiv oder in Projekten mit Dublin Core auseinander. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Metadaten zu gewährleisten, werden diese nach dem Einspielen in die Verbunddatenbank durch Bibliothekare überprüft und gegebenenfalls ergänzt.

Für die Suche in den Metadaten wird eine Maske im WWW bereitgestellt. Ein zusätzliches wichtiges Rechercheinstrument stellt die bibliographische Datenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds (SWB) und die daraus abgeleiteten lokalen Kataloge, wie z.B. der Regionalkatalog Stuttgart, dar, in welche die Metadaten automatisch eingespielt werden. Eine Suche im Volltext aller Dokumente ist ebenfalls möglich.

Um ein erstes Meinungsbild der Universitätsangehörigen zu den neuen Informationsinfrastrukturen zu erhalten, die im Rahmen des Projekts geschaffen werden, wurde zu Beginn des Wintersemesters 1997/98 eine Umfrage durchgeführt. Sie zeigt die hohe prinzipielle Bereitschaft der Institute, ein Volltextinformationssystem der Universität Stuttgart zu unterstützen. Am 17. März 1998 fand eine Informationsveranstaltung statt, bei der das System der gesamten Universität in einer ersten Version vorgestellt und erläutert wurde. Nach einer öffentlichen Testphase wird das System seit Sommer 1998 an der Universität Stuttgart im Regelbetrieb eingesetzt und weiterentwickelt.

Das Projekt endete am 15. September 1998. Seitdem wird der Betrieb von OPUS durch die Universität Stuttgart finanziert.

Die im Rahmen der Open Archives Initiative entwickelten Verfahren und Werkzeuge wurden in die OPUS Version 2.0 integriert, um eine weitere internationale Suchmöglichkeit über spezifische Dokumentgattungen hinweg zu gewährleisten und den Datenaustausch zwischen lokalen Hochschulschriftenservern und zentralen Einrichtungen wie dem Südwestdeutschen Bibliotheksverbund zu erleichtern und einfacher zu automatisieren.

Zur dauerhaften und stabilen Adressierung von Dokumenten wurden in der neuen OPUS-Version Uniform Resource Names (URN) erzeugt und bei der Deutschen Bibliothek im Rahmen des BMBF-Projektes Carmen, das unter dem Namen EPICUR fortgesetzt wird, registriert. Dies geschieht automatisiert über die OAI-Schnittstelle mit dem Format epicur.


Aktivitäten

OPUS ist für Hochschulen frei verfügbar und basiert auf ebensolchen Softwarekomponenten. Derzeit wird es an rund hundert Einrichtungen eingesetzt. Diese Datenbestände können gemeinsam recherchiert werden.

In der Version 3.1 von OPUS ist eine Trennung von Inhalten und Programmteilen bei allen externen Seiten (Sprachunabhängigkeit) realisiert. Es sind differenzierte Zugriffbeschränkung für Dokumente definierbar (Welt/Campus/weitere). Ein Einbringen bibliographischer Daten ohne Volltexte ist möglich. Dateien können im temporären Bereich später vom Administrator hinzugefügt oder auch gelöscht werden. Zusätzliche Felder (z.B. ISBN, Bemerkungen) wurden realisert. Zur Verwaltung von zusammengehörigen Dokumenten ist neben dem bereits bestehenden Portal die Möglichkeit von Schriftenreihen mit Bandzählung und von sog. Kollektionen getreten, mit denen beliebig gestufte Hierarchien (z.B. für Zeitschriften) angelegt und verwaltet werden können. Das in Tübingen entwickelte Lizenzmodul zur Verwaltung beliebiger Nutzungslizenzen wurde integriert. OPUS 3.1 besitzt eine OAI-Schnittstelle über die die Datenformate DC simple, XMETADISS+, XMETADISS und XEPICUR ausgegeben werden können. XMETADISS+ wird dabei zum Austausch der Daten mit der Verbunddatenbank des Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg verwendet. Der Import von Daten in PICA mit Hilfe der WinIBW 3 ist realisiert. OPUS 3.1 steht seit Januar 2007 zur Verfügung. Seit Juni 2008 steht die Version 3.2 zur Verfügung. Zu den neuen Funktionalitäten gehören u.a. Unterstützung von Social Bookmarking, Integritätsprüfung der Dokumente und Export der Metadaten in Literaturverwaltungsformate.

In der OPUS Version 3.2.1 wurde u.a. die OAI-Schnittstelle um das Format XMetaDissPlus 2.0 erweitert, welches für den Datenaustausch mit der Deutschen Nationalbibliothek benötigt wird. Desweiteren wurde die Indexierung von Google Scholar durch Anreicherung mit speziellen Meta-Tags verbessert. Die Version 3.2.1 steht seit August 2011 zur Verfügung.

Die OPUS-Entwicklungsumgebung wird technisch vom Bibliotheksservicezentrum Baden-Württemberg betreut und bietet allen Interessierten nähere Informationen.


Ausblick

Als Teil eines Servernetzwerks zertifizierter Server wird OPUS Schnittstellen und Unterstützung für neue Dienstleistungen wie Zitationsanalysen und Analysen von Nutzungsdaten anhand von Webserver- oder Linkresolver-Logs anbieten. In Zukunft sollen OPUS-Repositories noch stärker Teile einer serviceorientierten Forschungsinfrastruktur werden, die über mehr als nur Suchfunktionen verfügt. Dies geschieht über die Vernetzung in DRIVER und die Kopplung mit Forschungsinformationssystemen und Primärdaten. Weitere Aktivitäten der Entwicklung bestehen im Bereich Kopplung mit Langzeitarchivierungssystemen und im Bereich standardisierter Nutzungsstatistiken.