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unilogo Universität Stuttgart

Wissenschaftliches Publizieren / Open Access

 
Druckansicht http://open-access.net/

Einleitung

Die wissenschaftliche Literaturversorgung befindet sich noch immer in der Krise. Die schwindelerregenden jährlichen Preissteigerungen im Bereich der naturwissenschaftlich-medizinischen Zeitschriften zwingen die Bibliotheken angesichts stark sinkender Etats dazu, Online- wie Printabonnements von Zeitschriften abzubestellen und darüber hinaus den Einkauf von Monographien weiter einzuschränken. Wesentliche Ursachen dieser Entwicklung liegen im Konzentrationsprozess des Verlagswesens und in der Preispolitik von Marktführern wie Elsevier, Wiley, Kluwer oder Springer. Jährliche Preissteigerungsraten von 15 bis 20 % pro Jahr sind hier keine Seltenheit.

Die Zeitschriftenkrise beförderte die verstärkte Diskussion des Open-Access-Prinzips innerhalb des wissenschaftlichen Publizierens. Im Rahmen der sog. goldenen Strategie ermöglichen Open-Access-Zeitschriften wie z.B. die Titel von BioMed Central (BMC) oder der Public Library of Science (PLoS) über das Internet weltweit einen kostenfreien Zugang zu ihren Inhalten (Eine Liste der Open Access Zeitschriften findet sich unter http://www.doaj.org). In diesem Modell bezahlt der Autor bzw. seine Institution oder Fördereinrichtung die Publikationskosten. Beiträge dürfen unter Angabe des Urhebers frei heruntergeladen, genutzt, kopiert, gedruckt oder verteilt werden. Die Qualitätssicherung erfolgt bei diesen Zeitschriften ebenso durch Peer-Review wie bei den Titeln des tradierten kommerziellen Geschäftsmodells auf Abonnementbasis.

Neben diesen Open Access Zeitschriften erlauben immer mehr Verlage im Rahmen der sog. grünen Strategie die Speicherung von Pre- bzw. Postprints in digitalen Bibliotheken der Universität wie z.B. OPUS. Eine Datenbank der Verlage und ihrer jeweiligen Zeitschriftentitel mit den entsprechenden Regelungen zu OA findet sich unter http://www.sherpa.ac.uk/romeo.php. Im Projekt OA Policies erstellt die Universitätsbibliothek Stuttgart gemeinsam mit dem Computer und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin eine deutschsprachige Schnittstelle zur RoMEO-Datenbank und erfasst die Open Access-Politik deutscher Verlage.

In engem Zusammenhang mit der Frage des freien Zugangs zu wissenschaftlicher Information steht für die Universität Stuttgart natürlich auch die Frage nach der Erfassung und Darstellung aller Publikationsaktivitäten ihrer Mitglieder zur internen Leistungsmessung und Darstellung der Forschungsleistung nach außen.

AG Wissenschaftliches Publizieren

Das Rektorat der Universität Stuttgart hat am 31. Januar 2005 beschlossen, eine Arbeitsgruppe zum Thema wissenschaftliches Publizieren einzurichten. Diese AG hat folgende Aufgaben:
  • Erarbeiten von Empfehlungen zum "Wissenschaftlichen Publizieren" für die Universität Stuttgart. Eine entsprechende Erklärung wurde am 9. November 2005 vom Rektor der Universität im Senat vorgestellt.
  • Unterstützung der Bestandsaufnahme von Publikationswegen (disziplinspezifisch).
  • Unterstützung der Bestandsaufnahme grundsätzlicher Publikationsformen (Monographien, Zeitschriften, Pre-/Postprints etc.).
  • Bericht über die Relevanz von Impact-Faktoren für einzelne Disziplinen, Diskussion möglicher Alternativen. Zu dieser Fragestellung wurde mit Hilfe von DINI bereits ein internationaler Workshop durchgeführt.
  • Definition eines Publikationsprofils des Stuttgarter Hochschulschriftenservers (OPUS), um die Zahl der frei zugänglichen Sekundär- bzw. Parallelpublikationen zu erhöhen.
  • Entwickeln von Strategien zur Verstärkung der Publikationsaktivitäten Stuttgarter Wissenschaftler in Open Access Zeitschriften.
  • Erarbeiten eines Konzepts zur Erfassung und Darstellung aller wissenschaftlichen Publikationsaktivitäten der Universität Stuttgart.
  • Informationsaustausch mit ähnlichen Arbeitsgruppen an anderen Universitäten (z.B. Hohenheim, Heidelberg, Bielefeld, Konstanz)

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung zu Open Access am 25.7.2006 im Senatssaal der Universität Stuttgart

Literatur