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Sonstiges zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:93-opus-2676
URL: http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/1999/267/


Karl Ludwig Wilhelm von Zanth und die Wilhelma - eine kurze Einführung zum 200. Geburtstag des Architekten

Scholze, Frank

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SWD-Schlagwörter: Stuttgart / Wilhelma , Architektur, Gartenkunst , Geschichte 1846-1996
Institut: Institut für Kunstgeschichte
DDC-Sachgruppe: Architektur
Dokumentart: Sonstiges
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1996
Publikationsdatum: 15.06.1999
Kurzfassung auf Deutsch: 'In Deutschland verdient keine Stadt mehr den Namen Bagdscheserai, d.i. der
Gartenstadt, als Kannstatt bei Stuttgart, nicht nur wegen der schönen und
sinnreichen Wasserkünste des Gartens, sondern auch wegen des maurischen Baues
des königlichen Lustschlosses Wilhelma, welcher die morgenländischen Wunder
der Alhambra in das Zauberthal des Neckars versetzt und an Schönheit und
Merkwürdigkeit gewiß den von allen Beschreibern der Krim so hoch gepriesenen
Zauber des Palastes von Bagdscheserai bei weitem an Schönheit und Romantik
übertrifft.' So berichtete der Wiener Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall
in seinem 1856 erschienenen Buch 'Geschichte der Chane der Krim unter
osmanischer Herrschaft' von der Wilhelma. Heute ist vom 'Zauber' der
'morgenländischen Wunder' dieses Gartens, dem der König 1845 per Dekret
seinen Namen verlieh, nicht mehr viel zu spüren. Die Folgen von Bombenangriffen,
Wiederaufbauarchitekturen in der kriegszerstörten Anlage, wie auch die
nachfolgende Nutzung als öffentlicher Zoo trugen viel dazu bei, den einstigen
Glanz verblassen zu lassen. So erscheint die Anlage heute als moderner,
funktionaler zoologisch-botanischer Garten, der mehr der Naherholung dient,
sozusagen als 'Notausgang zur Natur' für die Stadtbevölkerung, wie es der
Züricher Tiergartenbiologe Hediger einmal formulierte. Flora und Fauna
lehrreich und erholsam dem Besucher näherzubringen, sind daher das legitime
Anliegen der heutigen Wilhelma, der unmittelbare sinnliche Zugang zu Geschichte
und Kunstgeschichte dieser 'bedeutenden Anlage des europäischen Orientalismus
im 19. Jahrhundert' ist hingegen erschwert, wenn nicht beinahe unmöglich
geworden. Nur so ist es wohl verständlich, daß bisher auch der Architekt der
Wilhelma, Karl Ludwig von Zanth, in der Literatur bisher keine oder nur geringe
Beachtung fand.
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