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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:93-opus-47004
URL: http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/2009/4700/


Der Blick von Stadtplanern auf Kunstwerke in der Stadt

The viewpoint of urban planners on artworks in urbanspace

Hinrichs, Hanna

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SWD-Schlagwörter: Stadtplanung , Kunst , Kunstwerk , Stadtentwicklung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Stadtplanung , Stadtentwicklung , Kunst im öffentlichen Raum , Baukultur
Freie Schlagwörter (Englisch): Urban Planning , Urban Development , Public Art ,
Institut: Städtebau-Institut
Fakultät: Fakultät Architektur und Stadtplanung
DDC-Sachgruppe: Architektur
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Jessen, Johann (Prof. Dr. )
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.05.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 14.12.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Planungen und Kunstwerke teilen sich den städtischen Raum: Die Beschäftigung der Kunst mit Beschaffenheit und Gestaltung öffentlicher Räume liefert einen eigenen Beitrag zur stadtplanerischen Auseinandersetzung mit spezifischen Qualitäten der Stadt. Künstler und Kunsttheoretiker in den vergangenen Jahrzehnten einen ausführlichen Diskurs zum ästhetischen Arbeiten in und mit öffentlichen Räumen geführt. Dieser Diskurs spiegelt sich aber nur zu einem geringen Teil in stadtplanerischen Überlegungen, obwohl verbindende Fragestellungen einen fruchtbaren Austausch vermuten lassen.
Auch die ambivalente Beschaffenheit der Stadtplanung, die sowohl funktionale als auch ästhetische Kriterien zu verbinden sucht, bietet Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der „Kunst im öffentlichen Raum“, die sich in ihrer Geschichte mit ähnlichen Fragen beschäftigen musste. Die Beschäftigung mit Kunstwerken bietet Anlass und Rahmen für die eigene stadtplanerische Auseinandersetzung mit dem ästhetischen Blick auf die Stadt. Die stete Veränderung und Erweiterung künstlerischer Strategien und Arbeitsweisen ist immer wieder eine neue Herausforderung für stadtplanerische Überlegungen.
Für diesen Dialog liefern einzelne Positionen Beiträge und Hinweise, gleichzeitig schränkt der stark subjektive Charakter stadtplanerischer und künstlerischer Einzelpositionen die Aussagekraft von einzelnen Überlegungen ein.
Ziel der Arbeit – geschrieben aus einem stadtplanerischen Blickwinkel und mit einem Fokus auf Deutschland seit den 50er Jahren – war daher, zu einer Herangehensweise zu kommen, die der stark durch den Einzelfall und den Blickwinkel der Beteiligten geprägten Umgang von Stadtplanern mit Kunstwerken in der Stadt gerecht wird und gleichzeitig fl exibel genug ist, um zukünftigen Themen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.
Die Arbeit verfolgt weder einen qualitativ bewertenden noch einen quantitativen Ansatz, sondern lehnt sich in ihrer Vorgehensweise an das theoriegenerierende Verfahren der Grounded Theory an.
Diese Arbeit geht drei Fragekomplexen nach:
1. In welchem Verhältnis steht die Auseinandersetzung mit Kunstwerken zu angrenzenden Fragestellungen der Stadtplanung? Dabei stehen Fragen nach der unterschiedlichen Deutung öffentlicher Räume zwischen räumlicher Fassung und diskursiver Öffentlichkeit, nach der Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum und dem sich wandelnden Verhältnis von Kunstwerk und Stadtraum und nach dem stadtplanerischen Selbstverständnis und seiner Auswirkung auf den interdisziplinären Dialog im Vordergrund.

2. Welche Wünsche und Vorstellungen verbinden Stadtplaner mit Kunstwerken in der Stadt? Die Wünsche und Vorstellungen, die Stadtplaner an Kunstwerke in der Stadt richten, werden in hohem Maße von der jeweiligen Schwerpunktsetzung geprägt. Daher beleuchtet die Arbeit die Überlegungen zur Rolle von Kunstwerken in der Stadt aus dem Blickwinkel jeweils eines stadtplanerischen Handlungsfeldes (Stadtpolitik, Soziales, Stadtökonomie und Stadtkultur). Die fehlende Evaluierung der Erfüllung der an Kunstwerke gerichteten Wünsche und Erwartungen macht deutlich, dass die stadtplanerische Beschäftigung mit Kunstwerken in der Stadt weniger auf die systematische Entwicklung von Instrumenten zum Umgang mit Kunstwerken als auf eine gedankliche Öffnung und Ausdifferenzierung der eigenen Tätigkeit abzielt.

3. Welche Erkenntnisse ergeben sich aus der Untersuchung der stadtplanerischen Beschäftigung mit Kunstwerken in der Stadt für den interdisziplinären Austausch und für die stadtplanerische Tätigkeit? Die stadtplanerische Beschäftigung mit Kunstwerken in der Stadt kreisen um das Kunstwerk, seine Platzierung und die durch seine Gestaltung bewirkten Veränderungen in der Umgebung. Damit wird ein Gegenstand zum Mittelpunkt der Auseinandersetzung, der die Anforderungen des interdisziplinären Austausches an eine Vergleichbarkeit von Begriffl ichkeiten, Grundannahmen und Arbeitsergebnissen kaum erfüllen kann. Die Konzentration auf das Kunstwerk und seine Gestaltung erklärt auch, warum sich die Potentiale einer interdisziplinären Auseinandersetzung in der stadtplanerischen Beschäftigung mit Kunstwerken nur in begrenztem Maße verwirklichen.

Zur Lösung dieses Dilemmas wird daher ein veränderte Blickwinkel auf die Situation des Kunstwerks in der Stadt vorgeschlagen: Lenkt man den Blick auf den Ort des Kunstwerks und seine Qualitäten ergibt sich ein Gegenstand für den interdisziplinären Austausch, der für beide Disziplinen von Interesse ist, über den beide Disziplinen kompetente Aussagen treffen können und der so einen tatsächlichen Austausch ermöglicht.
Kurzfassung auf Englisch: There has been a wide-ranging discussion about aesthetic practice in public spaces among artists and art theorists in recent decades. Even though it stands to reason that the essential similarity in issues and questions of principle would offer the opportunity of a fertile exchange of thoughts and methods, the debate of urban planners about public spaces reflects this discourse and its contents only to a small degree.
Urban planning and artistic projects share the same urban space. The intense preoccupation of artists with the constitution and design of public spaces offers a unique contribution to the debate about specific qualities of the city.
The ambiguous character of urban planning as a discipline that attempts to combine functional and aesthetic criteria raises questions that are similarily discussed in connection with the history of Public Art.
The preoccupation with artistic theories and strategies therefore offers an occasion and a framework for an examination of the aesthetic dimension of the city from the viewpoint of urban planners. The constant expansion of artistic strategies and concepts challenges the dialogue between both disciplines and allows for a discussion of ongoing developments.
This dissertation – written from an urban planning viewpoint and with a focus on Germany since the 1950s – attempts to fuse significant ideas that outline an urban planning viewpoint on art in public spaces. The overall concern of urban planners with art in urban spaces is characterized by the strong influence of individual cases and highly subjective positions. This thesis tries both to do justice to this specific character of the debate and to create a foundation for the development of prospective problems. To reach this goal, this dissertation is neither using a qualitative nor a quantitative approach but follows the principles of “Grounded Theory”
The dissertation explores concepts of urban planners and asks the following questions:
1. How is the preoccupation with artworks related to adjoining questions of urban planning? This question aims at differences in the interpretation of public spaces between a spatial definition and a discursive definition of the “public”, on the historical development of Public Art and the changing relation between artwork and the surrounding urban space. It also focuses on changes in the self-conception of urban planners and its effects on an interdisciplinary dialogue.
2. Which ideas and desires are latched onto art in urban spaces by urban planners? The various expectations that are connected with the implementation of art in the city are strongly dependent on the professional focus of the urban planner. In this thesis, the expectations derived from four major workfields (urban politics, social issues, urban economy and urban culture) are collected and linked to artistic ideas. The survey of the various ideas and wishes and the obvious lack of a serious evaluation of these expectations reveals an underlying tendency to use artworks as an occasion for a reflection about aims and limitations in the planning practice.
3. Which conclusions can be drawn for an interdisciplinary exchange? The preoccupation of urban planners with art in urban contexts is focused on the piece of art, its location and the effects its appearance is expected to have on the surrounding urban space. This concentration on the artwork itself does not comply with the requirements concerning the comparability of object, methods and results of an interdisciplinary exchange. It also explains why the interdisciplinary exchange between artists and urban planners could realize so little of its inherent potentials.
As a solution for this dilemma, this thesis proposes a change in the concentration away from the artwork itself to its location. Focusing on the geometrical as well as the discursive position (“Ort”) of an artwork, the object of the interdisciplinary exchange shifts to a question of immediate interest for both disciplines and a topic for which both disciplines are equally competent.
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