15 Fakultätsübergreifend / Sonstige Einrichtung

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    Das Projekt "Sozialverträglichkeit von Energiesystemen" : Konzept, Methodik und Ergebnisse
    (1986) Renn, Ortwin; Albrecht, Gabriele; Kotte, Ulrich; Peters, Hans Peter; Stegelmann, Hans U.
    Das Jülicher Projekt hat sich vor allem mit dem Aspekt der politischen Konsensfähigkeit eines Energiesystems befaßt, deren Bedingungen analysiert werden. Unter Sozialverträglichkeit wird die Übereinstimmung einer Entwicklung in einem gesellschaftlichen Bereich (etwa Technik, Wirtschaftsordnung oder auch Energiepolitik) mit den in der Gesellschaft vorfindbaren Wertvorstellungen verstanden. Dabei ist die Grundannahme der Studie, daß die (individuelle) Akzeptanz eines Energiesysterns vom Ausmaß wahrgenommener Verletzung von normativ besetzten Zielvorstellungen (Werten) abhängt, jeweils verglichen mit ebenfalls möglich erscheinenden Alternativen.
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    Technologieprotest als Chance zur innovativen Anpassung der Technikentwicklung
    (1986) Renn, Ortwin
    Zur Frage der Aufnahme der Technik in der Bevölkerung möchte ich fünf Thesen formulieren. These 1: Es gibt weder das Volk noch gibt es eine einheitliche Volksmeinung über Technik und Innovationen. These 2: Unter psychologischen Gesichtspunkten gibt es sechs zentrale Wahrnehmungsmuster, die weitgehend das Akzeptanzverhalten von Menschen steuern. These 3: Das Unbehagen an der Modernität ist keine moderne Erscheinung. Seit Beginn der Industrialisierung sind Technologie und Industrialisierung ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. These 4: Nicht nur in Randgruppen unserer Gesellschaft, sondern auch in der breiten Mehrheit der Bevölkerung zeichnet sich eine Veränderung dominanter Werthaltungen ab. These 5: Der sich heute abzeichnende Technologieprotest in Teilen der Bevölkerung ist nur ein Symptom für eine tieferliegende Krise des Akzeptanzverlustes kollektiv bindender Entscheidungen in der Politik.
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    Decision analytic tools for resolving uncertainty in the energy debate
    (1986) Renn, Ortwin
    Within the context of a Social Compatibility Study on Energy Supply Systems a complex decision making model was used to incorporate scientific expertize and public participation into the process of policy formulation and evaluation. The study was directed by the program group “Technology and Society” of the Nuclear Research Centre Jülich. It consisted of three parts: First, with the aid of value tree analysis the whole spectrum of concern and dimensions relevant to the energy issue in Germany was collected and structured in a combined value tree representing the values and criteria of nine important interest groups in the Federal Republic of Germany. Second, the revealed criteria were translated into indicators. Four different energy scenarios were evaluated with respect to each indicator making use of physical measurement, literature review and expert surveys. Third, the weights for each indicator were elicited by interviewing randomly chosen citizens. Those citizens were informed about the scenarios and their impacts prior to the weighting process in a four day seminar. As a result most citizens favoured more moderate energy scenarios assigning high priority to energy conservation. Nuclear energy was perceived as necessary energy source in the long run, but should be restricted to meet only the demand that cannot be covered by other energy means.
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    Sozialverträglichkeit unterschiedlicher Energiesysteme
    (1986) Renn, Ortwin; Albrecht-Lohmar, Gabriele; Kotte, Ulrich; Peters, Hans Peter; Stegelmann, Hans U.
    Die vier Pfade der Enquete-Kommission "Zukünftige Kernenergiepolitik", die 1979 als technisch mögliche Versorgungssysteme für die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland entwickelt worden sind, wurden durch ein Forschungsteam der Kernforschungsanlage Jülich auf ihre soziale Verträglichkeit hin untersucht. Sozialverträglichkeit wurde dabei als Ausmaß und Intensität empfundener Wertverletzungen durch gesellschaftliche Gruppen verstanden. Mit Hilfe eines dreigliedrigen Ansatzes wurden zunächst Kriterien zur Bewertung von Energiesystemen durch Befragung von Interessengruppen erhoben, diese Kriterien zu Indikatoren operationalisiert und schließlich anhand der Indikatoren die Energiepfade durch Experten und zufällig ausgewählte Bürger (Modell der Planungszelle) bewertet. Als Ergebnis zeigte sich eine relative Überlegenheit der beiden mittleren Pfade 2 und 3, wobei in beiden Fällen jeweils bei unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen Wertverletzungen auftreten, die politische Kompensationsmaßnahmen notwendig machen.
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    Gedanken und Reflektionen über Kernenergie und Gesellschaft nach dem Unfall von Tschernobyl
    (1986) Renn, Ortwin; Häfele, Wolf
    In der Kernforschungsanlage Jülich haben wir die Aufgabe, kerntechnische Probleme zu lösen und Strahleneinwirkungen zu messen und zu verstehen. In der Situation nach dem Tschernobyl-Unfall hat die KfA versucht, Aufgaben im technischen Bereich und beim Strahlenschutz nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten wahrzunehmen. Darüber hinaus jedoch geht es um Orientierung. wenn in unserer Gesellschaft heute die Kerntechnik als Ganzes diskutiert wird. Dieses zu tun erfordert Gedanken und Reflektionen über beides, Kernenergie und Gesellschaft.
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    Akzeptanzforschung : Technik in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung
    (1986) Renn, Ortwin
    Für die politische Entscheidungsfindung über den Einsatz von Technologien ist es von besonderem Interesse, wie die Bürger auf neue Technologien reagieren. Denn die Ausbreitung neuer Technologien ist weitgehend davon abhängig, daß in der Gesellschaft technische Neuerungen als Bereicherung des sozialen Lebens begriffen werden. Übersetzt in soziologische Terminologie heißt das: Die Veränderungen in Technik und Produktion müssen auf Akzeptanz stoßen. Dabei bedeutet Akzeptanz mehr als passive Duldung der ,,von oben" verordneten technischen Neuerungen. Vielmehr soll hier unter Akzeptanz die positive Aufnahme einer Veränderung der physischen Umwelt verstanden werden, nachdem eine bewußte Auseinandersetzung mit dem Gegenstand der Veränderung stattgefunden hat.
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    Technik in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung : Überblick über die Ergebnisse der Akzeptanzforschung
    (1986) Renn, Ortwin
    Die heftigen Auseinandersetzungen um Kernenergie, Flughafenausbau, Chemiewerke und Verkabelung haben deutlich gemacht, daß die Einführung neuer Großtechnologien nicht nur von wirtschaftlichen und technischen Faktoren abhängt, sondern auch von der Bereitschaft der Bevölkerung, Veränderungen der physischen Umwelt zu akzeptieren. Dabei bedeutet Akzeptanz mehr als passive Duldung der "von oben" verordneten technischen Neuerungen. Vielmehr soll hier unter Akzeptanz die positive Aufnahme einer Veränderung der physischen Umwelt verstanden werden, nachdem eine bewußte Auseinandersetzung mit dem Gegenstand der Veränderung stattgefunden hat. Insofern ist die früher als Soziotechnik abgetane Akzeptanzforschung nicht darauf angelegt, durch psychologische Tricks die Bereitschaft zur Hinnahme neuer Technologien oder anderer Maßnahmen zu fördern, sondern den Wahrnehmungs- und Bewertungsprozeß von Individuen und sozialen Gruppen nachzuzeichnen und zu analysieren. Die folgenden Ausführungen sind dazu gedacht, die bisherigen Ergebnisse der Akzeptanzforschung im Bereich neuer Technologien in gestraffter Form vorzustellen und zu erörtern.
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    Die Hälfte der Bevölkerung wird verärgert : über die Sozialverträglichkeit der WAA in Wackersdorf
    (1986) Renn, Ortwin
    Die heftigen Auseinandersetzungen um den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf haben ein schon für tot gehaltenes Thema zu neuem Leben erweckt, die zukünftige Kemenergiepolitik der Bundesregierung. Entbrannten um die Frage der Kernenergie noch vor einigen Jahren heftige Auseinandersetzungen, verbunden mit umfangreichen Demonstrationen und politischen Auseinandersetzungen, so kam es nach der Machtübernahme durch die neue Koalition in Bonn zu einer Beruhigung an der Energiefront. Auch die Kernenergie schien dem öffentlichen Meinungsstreit entronnen zu sein. Doch Wackersdorf führte zu neuer Erregung - bei Gegnern wie Befürwortern der Anlage. Dr. Ortwin Renn, Leiter der Abteilung Mensch und Technik in der Kernforschungsanlage Jülich, berichtet über Studienergebnisse zur Frage der Sozialverträglichkeit der geplanten Atomfabrik.
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    Sozialverträglichkeit von Energieversorgungssystemen
    (1986) Renn, Ortwin
    Was ist Sozialverträglichkeit von Energiesystemen und wie mißt man sie? Uber zwei Jahre lang arbeitete ein Team von Natur- und Sozialwissenschaftlern der Kernforschungsanlage Jülich an dieser Fragestellung. Ein eigenes Modell wurde entwickelt und dabei wurden zum Teil völlig neuartige Verfahren der empirischen Sozialforschung eingesetzt, wie zum Beispiel die Wertbaumanalyse oder das Konzept der Planungszelle. Wichtigstes Ergebnis der Studie: Mit den vorherrschenden sozialen Werten und Strukturen unserer Gesellschaft ist sowohl eine energiepolitische Strategie mit einem moderaten Ausbau der Kernenergie als auch eine Strategie mit langsam auslaufender Kernenergie vereinbar.
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    Akzeptanz
    (1986) Renn, Ortwin
    Für zahlreiche engagierte Kernenergiegegner ist die Energie heute in einem solchen Maße zum Negativsymbol für Technik, Fortschritt, ja selbst für die bestehende Wirtschaftsordnung geworden, daß sich ihr Widerstand gegen die Industriekultur als die herrschende Wertordnung richtet. Die Frage, ob die Kernenergie akzeptiert werden soll, wird daher mehr oder minder mit der Frage verknüpft, ob wir die Werte und Ordnungen, auf die unser Wirtschaftssystem fußt, erhalten oder verwerfen sollen. Wenn die Kernenergie als ein Element dieser neu zu beobachtenden Rückbesinnung auf die Selbstheilungskraft der Wirtschaft angesehen wird, dann ist in Zukunft damit zu rechnen, daß die heftigen Auseinandersetzungen um die Einführung dieser Technologie einer nüchternen und sachlichen Bestandsaufnahme und Abwägung weichen werden.