Universität Stuttgart
Permanent URI for this communityhttps://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/1
Browse
4 results
Search Results
Item Open Access Ein Verfahren zur Bewertung technischer Risiken in der Phase der Entwicklung komplexer Serienprodukte(2006) Wißler, Frank Eugen; Westkämper, Engelbert (Univ.-Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. mult.)Zur regelmäßigen Bewertung der technischen Risiken bei der Produktentwicklung durch interdisziplinäre und örtlich verteilte Projektteams wurde ein Verfahren entwickelt, das der hohen Komplexität und Dynamik von Entwicklungsprojekten sowie den notwendigen Iterationsschleifen der Produktentwicklung Rechnung trägt. Basierend auf den Bewertungsergebnissen wird eine gezielte Risikokommunikation als Voraussetzung für effiziente und effektive Entscheidungsprozesse ermöglicht. In der Literatur werden für das Management von technischen Risiken viele Ansätze und Methoden aus den Gebieten Qualitäts- und Projektmanagement angeboten. Die bisherigen Ansätze für die Bewertung der technischen Risiken, die Risikokommunikation und die Projektsteuerung sind in dem Umfeld jedoch unzureichend. Die Folgen dieser Unzulänglichkeiten bei Methoden und Hilfsmitteln für das technische Risikomanagement sind in vielen Unternehmen immer wiederkehrende Probleme mit unregelmäßigen, partiellen und späten Risikobewertungen sowie deren Kommunikation. Dadurch ist die projektweite Transparenz aktueller Risiken nur mangelhaft gegeben und eine präventive Projektsteuerung eingeschränkt wirksam. Basierend auf Erkenntnissen der Systemtheorie wurde ein Risikoinformationsmodell entwickelt, das sich an den drei grundlegenden Systemen der Produktentwicklung - Zielsystem, Handlungssystem und Sachsystem - orientiert. Das besondere Kennzeichen des Risikoinformationsmodells liegt in seiner Mehrebenenstruktur, die aus Elementen, Hauptindikatoren, Indikatoren und Kriterien besteht. Das Modell umfasst neben den Bewertungsobjekten und Merkmalen zur Bewertungsergebnisklassifikation auch die Bewertungsergebnisse selbst. Zur Operationalisierung des Risikoinformationsmodells wurden ein Vorgehen und zugehörige Instrumente zur projektspezifischen Modellerstellung erarbeitet. Das entwickelte Risikobewertungsverfahren ermöglicht über Auswertungen und Verdichtungen von Bewertungsergebnissen eine effiziente Kommunikation vorliegender Risiken. Die praktische Anwendbarkeit des Risikobewertungsverfahrens wurde zum einen in der Automobilindustrie bei der Entwicklung eines neuen Bremssystems nachgewiesen, zum anderen wurde das Verfahren auf den Bereich einer parallelen Produkt- und Produktionsentwicklung in der Halbleiterindustrie übertragen. In beiden Anwendungsbeispielen trug das Instrumentarium mit der geschaffenen Transparenz und hohen Informationsgüte maßgeblich zum Projekterfolg bei. Zur Steigerung der Effizienz bei der Risikobewertung und -kommunikation wurde als unterstützendes Werkzeug eine EDV-Lösung zur Indikatorenfestlegung, Indikatorenbewertung, Maßnahmenfestlegung und Berichterstattung konzipiert.Item Open Access Verfahren für das Technologie-Roadmapping zur Unterstützung des strategischen Technologiemanagements(2006) Abele, Thomas; Westkämper, Engelbert (Univ.-Prof. Dr.-Ing. Prof. E. h. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. mult.)Technologien werden eine wesentliche Bedeutung bzgl. der wirtschaftlichen Entwicklung zugemessen. Gerade für Länder mit hohen Lohnkosten ergibt sich eine besondere Bedeutung von Spitzentechnologien. Diese gesamtwirtschaftliche Betrachtung setzt sich auf der Unternehmensebene fort. Nur diejenigen Unternehmen werden erfolgreich sein, welche neue Technologien/Innovationen am schnellsten umsetzen und konsequent Positionen am Markt besetzen. Technologische Innovationen bieten die Möglichkeit, neue Produkt-Markt-Felder zu eröffnen. Der Aufbau und das Halten erfolgreicher Wettbewerbspositionen ist damit maßgeblich eine Frage des Potentials an verfügbaren Technologien und deren Einsatz. Um Unternehmen im dynamischen Umfeld wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen, muss das Management daher um Kompetenzen im Technologiebereich ergänzt werden, Das damit angesprochene Technologiemanagement gilt es, durch „intelligente“ Methoden zu unterstützen. Der Einsatz der Technologie-Roadmap-Methode in Industrieprojekten wies auf eine allenfalls begrenzte durchgängige methodische Unterstützung des strategischen Technologiemanagements hin. Als ein Beispiel für die daraus resultierenden, möglichen Effizienzprobleme lässt sich die Gefahr einer fehlerhaften technologischen Ausrichtung aufgrund einer unzureichende Berücksichtigung von Informationen in Entscheidungsprozessen nennen. Aus unterschiedlichen Gründen kooperieren mehr als 50 % der Unternehmen im Bereich FuE. Studien, nachdem nur 40-60 % der Unternehmen ihre Ziele mittels Kooperationen erreichen, sind ein Indikator für die besonderen Herausforderungen von Kooperationen. Unternehmen, welche im Technologiebereich kooperieren, riskieren dabei ihre Kernkompetenzen bzw. Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Auf diesen Überlegungen aufbauend ließ sich das Ziel der Arbeit mit der Entwicklung eines kooperationsfähigen Verfahrens zur Unterstützung des strategischen Technologiemanagements definieren. Dies sollte auf Basis eines weiterentwickelten Technologie-Roadmap-Ansatzes erfolgen, welcher je nach den zu identifizierenden Anforderungen mit geeigneten Methoden ergänzt werden sollte. Zunächst wurden die Anforderungen aus dem strategischen Technologiemanagement sowie dem Management von Kooperationen analysiert. Mit Hilfe der identifizierten Anforderungen konnte anschließend die Auswahl der Methodenbausteine durchgeführt werden. Es wurden diejenigen Methoden ausgewählt, welche gemeinsam einen möglichst guten Überdeckungsgrad der Anforderungen erreichten. Im Anschluss fand eine detaillierte Beschreibung der Methoden sowie die Ableitung des notwendigen Weiterentwicklungsbedarfs statt. Die Konzeption des Lösungsansatzes lässt sich anhand folgender Punkte zusammenfassen: 1.) Methodenintegration Technologie-Portfolio und Technologie-Roadmap Den Einstieg in das integrative Verfahren bildet die Technologie-Portfolio-Methode. Mit ihrer Hilfe werden wesentliche Aspekte der Phasen Früherkennung und strategischen Analyse mit den Aufgaben Identifizierung und Evaluierung von Technologietendenzen sowie der unternehmensbezogenen Bewertung von Stärken und Schwächen in den Technologiefeldern abgedeckt. In ihrem Ablauf werden auf der Basis der systematischen Analyse von Informationen bzgl. von im Unternehmen verwendeten Technologien sowie Substitutionstechnologien im Rahmen von Normstrategien insbesondere Aussagen hinsichtlich der Entscheidungsfragen des Technologiemanagements generiert. 2.) Methodenweiterentwicklung der Technologie-Roadmap Vor dem Hintergrund der identifizierten Anforderungen des angestrebten Verfahrens wurden folgende Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung identifiziert: - Unterstützung in den Phasen Programmplanung und -evaluierung bis hin zur strategischen Kontrolle - Konzeption für den kontinuierlichen Einsatz - Ausbau zum kooperationsfähigen Verfahren Durch die Ausdehnung in Richtung der Technologiemanagement-Phasen Programmplanung und -evaluierung bis hin zur strategischen Kontrolle wurde der Charakter des Technologiekalenders von einem „strategisches Planungsinstrument“ zu einem die Funktionen Planung, Steuerung und Kontrolle abbildenden Managementinstrument gewandelt. Während bisher im Technologiekalender Produkt- und Produktionstechnologien mittels ihrer Eintrittszeitpunkte visualisiert und mit dem geplanten Produktprogramm verknüpft wurden, lässt sich zusammenfassend als zentrales Ziel des nunmehr erweiterten Technologie-Roadmap-Ansatzes das kontinuierliche Management aller Aktivitäten aus Sicht eines Unternehmens definieren, welche notwendig sind, um Technologien für zukünftige Produkte vorzubereiten. 3.) Methodenadaption Projektreifegradmethode sowie Methodenintegration Projektreifegradmethode und Technologie-Roadmap Die Projektreifegradmethode als Methode zum ‚Multi-Projekt-Management’ wird zur ‚laufenden Überprüfung der Strategieimplementierung’ im Rahmen der strategischen Kontrolle sowie als Bindeglied zum operativen Technologiemanagement in die Technologie-Roadmap eingebunden. Wie bereits dargestellt, ergeben sich aus dem Management von Kooperationen spezifische Herausforderungen. Die Projektreifegradmethode konnte unter Nutzung seiner besonderen Flexibilität bzgl. dieser Anforderungen adaptiert werden. Als zielführend für eine Methodenintegration wurde die Funktionsintegration mittels Prozessmodell sowie die Datenintegration auf Basis eines Datenmodells mit konsistenten Klassifizierungen und Benennungen hergeleitet. Die Modellierung selbst erfolgte mit Hilfe der objektorientierten Modellierungssprache ‚Unified Modelling Language’. Ergebnis der Arbeit ist schließlich ein detailliert ausgearbeitetes Verfahren, welches im Sinne eines Referenzprozesses die wesentlichen Anforderungen des kooperationsfähigen, strategischen Technologiemanagements erfüllt und von dem bereits wichtige Elemente in der Praxis erprobt wurden.Item Open Access Modell zur Analyse und Gestaltung des Bestellverhaltens für die variantenreiche Serienproduktion(2006) Barthel, Holger; Westkämper, Engelbert (Univ.-Prof. Dr.-Ing. Prof. e. h. Dr.-Ing. e. h. Dr. h. c. mult.)Ein immer turbulenter werdendes Umfeld und die damit verbundenen höheren Anforderungen an die Stabilität und Flexibilität von ganzen Netzwerken stellt Industrieunternehmen vor eine neue Ausgangssituation. Die veränderten Umfeldbedingungen sind mit Risiken verbundenen, bieten aber allen Beteiligten auch die große Chance, sich zukünftige Wettbewerbsvorteile zu sichern. Das Thema gewinnt insofern an Bedeutung, als eigentlich jedes Industrieunternehmen ungeachtet seiner Größe tagtäglich in Netzwerken über seine zahlreichen Schnittstellen agiert. Genau hier unterstützt die vorliegende Arbeit die Schaffung einer neuen Qualität der Prozess-Synchronisation an der Schnittstelle zu anderen Unternehmen. Die hier formulierten Anforderungen und die Darstellung des Standes der Technik zeigen, dass verbesserte und neue Prinzipien, Verfahren und Modelle zur Harmonisierung von Kunden-Lieferanten-Beziehungen notwendig sind. Das in dieser Arbeit entwickelte Modell basiert auf den zwei Kernbausteinen Analyse und Gestaltung von Bestellverhalten. Im ersten Teil wird eine Methode zur Quantifizierung von Bestellverhalten beschrieben, mit deren Hilfe das Bestellverhaltens einer Güteklasse zugeordnet wird. Ein Unternehmen kann damit sowohl sein eigenes Bestellverhalten oder das seines Kunden bewerten. Auf Basis dieser Ergebnisse wird dann das Bestellverhalten interpretiert. Diese Interpretation belegt, inwieweit das gemessene Bestellverhalten ein Problem im Netzwerk darstellt, und inwieweit dieses Bestellverhalten „logisch nachvollziehbar“ ist. Das Analysemodell berücksichtigt dabei die wesentlichen vier Handlungsbedarfe, die bei der Bewertung des Standes der Technik identifiziert wurden. Diese vier Handlungsbedarfe beziehen sich auf die ganzheitliche Berücksichtigung der drei Dimensionen Bestellmenge, Bestelltermin und Zeitpunkt der Bestellung, die Identifikation des tatsächlichen Kundenwunsches, die mit einer Schwankung verbundenen Risiken sowie den Zusammenhang zwischen Schwankungscharakteristik und möglichen Schwankungsursachen. Diese Interpretation liefert damit die Basis für den Gestaltungsteil des hier entwickelten Modells. Darin werden konkrete Handlungsempfehlungen für eigen- und fremdinduzierte Turbulenzkeime vorgeschlagen. Bei der Reduzierung eigeninduzierter Bestellschwankungen helfen konkrete Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge zwischen beispielhaften Schwankungsmustern und dazugehörenden typischen „Stolpersteinen“ aus der Praxis. Da sich eine Vielzahl an Turbulenzen aufgrund ihres fremdinduzierten Charakters nicht vermeiden lassen, wird dargestellt, wie Kunde und Lieferant die zu erwartenden Turbulenzen mittels Schwankungskorridoren vereinbaren können. Bei der Analyse des „Standes der Technik“ wurden zwei besonders wichtige Kriterien identifiziert: die Berücksichtigung spezifischer Abhängigkeiten zwischen Produkten oder Varianten bezüglich der Lieferflexibilität sowie eine praxisnahe Vorgehensweise für Kunde und Lieferant zur Erlangung einer derartigen Vereinbarung. Das hier vorgestellte Modell leistet einen wichtigen Beitrag zur besseren Zusammenarbeit an der Schnittstelle Kunde-Lieferant und damit zur Stabilität ganzer Netzwerke. Die Verifizierung des Modells mit einem abstrahierten Datenmodell belegt, dass die Anforderungen an ein derartiges Modell erfüllt werden können. Darüber hinaus können auch Teilelemente des entwickelten Modells in der Praxis eingesetzt werden, etwa bei der Vereinbarung einer Kunden-Lieferanten-Vereinbarung, die auch ohne vorangehende retrograde Analyse des Bestellverhaltens möglich ist.Item Open Access Modell einer wandlungsfähigen Organisation produzierender Unternehmen(2006) Köbler, Jürgen; Westkämper, Engelbert (Univ.-Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. mult.)Die Dynamik des globalen Strukturwandels erfordert eine hohe interne Wandlungsfähigkeit der Unternehmen. Es muss offensiv und permanent durch Produkt- und Prozessinnovationen eine dauerhafte Innovationsfähigkeit erreicht werden. Hierdurch ist ein neues Organisationsmodell erforderlich, welches die in der heutigen Komplexitätsfalle sitzenden Organisationsstrukturen, auflöst. Von den Einwirkungen in ein Unternehmen, bezogen auf Produkt- und Prozessinnovationen, resultieren vier Kernprozesse, die in einem Unternehmen installiert werden. Anschließend werden diese Prozesse in einzelne generische Phasenschritte unterteilt. Für die Einbettung der Kernprozesse wird der Produkt-Technologie-Raum (P-T-Raum) konfiguriert. Der P-T- Raum ist ein Modell das in Ebenen aufgeteilt, und nimmt in jeder Ebene einen Phasenschritt der Kernprozesse auf. Die Ebenenaufteilung ist als ein Prozess von der Analyse bis zur operativen Wertschöpfungsebene konzipiert. Aufgrund der Struktur des P-T-Raums ergibt sich ein Prozessmodell von der Einwirkung in das Unternehmen bis zur Umsetzung, also ein vom Kunden und wieder zum Kunden geführter Prozess. Mit diesem Grundmodell können die Innovationsprozesse systematisiert, strukturiert und modular aufgebaut werden. Eine aufgestellte Kombinationsmatrix zwischen Produkt und Prozess generiert die sinnvollen auftretenden Prozesse und verdichtet diese zu vier generischen Innovationsprozessen. Durch den Einsatz von Prozesseignern können die Prozesse überwacht, weiterentwickelt, verfeinert und systematisch angewendet werden. Der Inhalt und die Abläufe der Prozesse werden in Prozessbücher festgehalten und beschrieben. Für die Leistungsprozesse erfolgt eine Einbindung in eine neue Organisations- und Managementstruktur. Hierbei wird der Ansatz über die Herausbildung der auf Kompetenzzellen basierenden Netzwerkorganisation verwendet. So werden Kompetenzzellen und Kompetenzplattformen definiert und konfiguriert. Diese Plattformen besitzen eine hohe Eigenständigkeit und Selbstverantwortung. Die Generierung der Wertschöpfungsprozesse erfolgt über temporär gebildete mehrdimensionale Kompetenznetzwerke. Nach Beendigung der Innovationsprozesse lösen sich diese wieder auf. Das Modell der wandlungsfähigen Organisation adaptiert sich aus den Kompetenzplattformen, Prozess- und Führungsmodulen zu einer Netzwerkorganisation. Der netzwerkartige Aufbau der Organisation führt zu einer hohen Wandlungsfähigkeit. Von außen einwirkende Veränderungen werden durch eine hohe innere Wandlungsfähigkeit und generierten Hochleistungsprozessen begegnet. Das dargestellte Fallbeispiel zeigt die Anwendbarkeit des Modells für einen produzierenden Serienfertiger mit den heutigen typischen Problemkonstellationen.