Universität Stuttgart
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Item Open Access "Tragoedia Thoruniensis" - ein europäisches Medienereignis des frühen 18. Jahrhunderts und sein Widerhall in Diplomatie und Publizistik(2017) Feinauer, Samuel; Bahlcke, Joachim (Prof. Dr.)Die Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken in der Stadt Thorn in Königlich Preußen, Teil des Königreichs Polen-Litauen, am 16. und 17. Juli 1724 waren kein Einzelfall - weder auf Polen bezogen noch im europäischen Vergleich. Dennoch erlangte dieser Zusammenstoß beider Konfessionen eine mediale Aufmerksamkeit, die ihn zu einem europäischen Medienereignis machten. Als die Schärfe des Urteils über die Stadt und die am Tumult beteiligten Protestanten bekannt wurde, begann zeitgleich mit der publizistischen Aufbereitung und Bewertung der Vorfälle auch eine bisweilen hektische Verhandlung dieser Entwicklungen in Polen unter den protestantischen Höfen Europas und deren Diplomaten. Was in der späteren Historiographie häufig als ein preußisch-polnischer und gleichzeitig protestantisch-katholischer Antagonismus gedeutet wurde, gewinnt in seiner Neubewertung eine europäische Dimension, indem für die vorliegende Untersuchung erstmals Quellenbestände aller in die diplomatische Fürsprache eingebundenen Mächte berücksichtigt wurden. Neben der Dynamik und auch Konkurrenz der verschiedenen protestantischen Mächte bezieht Samuel Feinauer in seiner Studie auch die durch die Personalunion mit Polen bedingte schwierige Lage Kursachsens in diesen Kontext mit ein. Die vergleichende Analyse der umfangreichen und vielsprachigen Publizistik zum Thorner Tumult von 1724 mit der diplomatischen Überlieferung liefert dabei ein differenziertes Ergebnis über die Entstehung der politischen Publizistik. So lässt sich die Beteiligung der Höfe an vielen Flugschriften ebenso belegen wie die Bedeutung einzelner Personen, die ihre eigenen Kommunikationsnetzwerke nutzten, um Publizistik zu verbreiten und eigene Texte in Umlauf zu bringen.Item Open Access Dynastie, Designation und demonstratives Handeln : die Thronfolgefrage während der Herrschaft Edwards des Bekenners(2016) Gerstenberg, Martin; Mersiowsky, Mark (Prof. Dr.)Diese Arbeit setzt es sich zum Ziel, die besonders von Gerd Althoff verbreitete Theorie von der Bedeutung demonstrativen und ritualisierten Verhaltens im Mittelalter auf ihre Anwendbarkeit für das England Edwards des Bekenners zu überprüfen. Zwar gibt es auf diesem Gebiet bereits reichliche Literatur, doch mit England vor der normannischen Eroberung befasst sich nur ein einzelner Artikel von Julia Barrow. Dieser zeigt, dass demonstratives Verhalten prinzipiell auch schon vor der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer und der damit verbundenen Einführung politischer Gepflogenheiten vom Kontinent nach England üblich war. Barrows Schlussfolgerung soll hier nun noch präzisiert und erweitert werden. Der erste Teil dieser Arbeit untersucht daher zunächst das demonstrative Verhalten der politisch Handelnden in England auf Basis der von Althoff und anderen erarbeiteten Erkenntnisse über demonstratives Verhalten im Karolingerreich und seinen Nachfolgern. Dies ermöglicht es uns, den relativen Mangel an zeitgenössischen englischen Quellen in gewissem Maße auszugleichen. So zeigen sich beispielsweise beim Konfliktverlauf einerseits zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen beiden Regionen, andererseits zeigen sich aber auch signifikante Unterschiede. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich wiederum mit der Thronfolgefrage während der Herrschaft Edwards des Bekenners. Da dieses Forschungsgebiet das wohl am intensivsten bearbeitete der englischen Mediävistik ist, soll hier versucht werden, durch den kontinentalen Forschungsansatz des demonstrativen Verhaltens neue Erkenntnisse zur Interpretation dieser äußerst umstrittenen Frage beizutragen. Dabei werden wir von der Prämisse ausgehen, dass sowohl ein englischer König in der Wahl seines Nachfolgers, wie auch der englische Adel bei der schlussendlichen Königswahl nach dem Tod des Herrschers, keineswegs völlig frei war. Stattdessen gab es bestimmte Kriterien, die ein Kandidat erfüllen musste, wenn er nach den Erfordernissen der englischen Tradition für die Thronfolge in Frage kommen sollte. Um herauszufinden welche Kriterien das waren, werden zunächst die verschiedenen Thronwechsel in der Zeit von der Herrschaft Alfreds des Großen bis zur Königswahl Edgar Athelings nach dem Tod Harald Godwinsons auf dem Schlachtfeld von Hastings untersucht. Die beiden wichtigsten Kriterien waren die Zugehörigkeit zum Haus Cerdics und der Sohn eines vorangegangenen englischen Königs zu sein. Zwar spielte auch die militärische Befähigung des Kandidaten eine Rolle, allerdings war sie von geringerer Bedeutung als die ersten beiden Kriterien. Dies war der Grund warum zuweilen, wenn die Söhne eines verstorbenen Königs noch minderjährig waren - und nur dann - an ihrer Statt dessen Bruder den Thron bestieg, der ja ebenfalls die beiden oben genannten Kriterien erfüllte. Schließlich soll die Herrschaftszeit Edwards des Bekenners auf Anzeichen dafür untersucht werden, wen er als Nachfolger favorisierte. Dabei erscheint es wenig glaubwürdig, wenn die normannischen Quellen behaupten, Edward habe Wilhelm den Eroberer von Beginn seiner Herrschaft als Nachfolger favorisiert. In den ersten Jahren ruhten seine Hoffnungen zweifellos auf einem eigenen Sohn, den er durch seine Ehe mit Godwins Tochter Edith zu haben hoffte. Als dieser Wunsch durch Ediths Kinderlosigkeit und die fehlgeschlagene Scheidung im Jahr 1052 unerfüllbar geworden war, wurden Missionen nach Kontinentaleuropa entsandt, um nach dem Verbleib der Söhne Edmund Eisenseites zu forschen. Nur einer der beiden hatte überlebt, aber dieser kehrte im Jahr 1057 nach England zurück. Wenn nun Edward einen Sohn eines früheren Königs Englands aus dem Haus Cerdics, und zwar den einzigen, der noch lebte, zurück in sein Reich holen ließ, so kann er nur eines damit beabsichtigt haben: er wollte ihn zu seinem Nachfolger machen. Edward der Verbannte starb fast unmittelbar nach seiner Rückkehr nach England, doch sein Sohn überlebte. Und uns ist ein Eintrag im Liber Vitae des New Minster in Winchester aus dem Jahr 1057 überliefert, der Edward den Bekenner, Edith und Edgar Atheling, den Sohn Edwards des Verbannten, als zusammengehörige Gruppe zeigt. Dieser ist ein eindeutiges Beispiel für demonstratives Verhalten, für eine Demonstration Edwards, wer sein Nachfolger sein sollte. Er ist deshalb von so großer Bedeutung, weil es sich bei diesem Eintrag nicht um Propaganda eines Thronfolgekandidaten für sich selbst handelt, sondern um Propaganda des Erblassers zu Gunsten eines, nämlich seines favorisierten, Kandidaten. Dies würde auch erklären, warum Edward der Bekenner kurz vor seinem Tod Harald Godwinson zum Regenten ernennen sollte. Harald hatte die Position des Regenten de facto schon während des letzten Jahrzehnts von Edwards Herrschaft mit großem Erfolg und unfehlbarer Zuverlässigkeit ausgefüllt. Es ist daher nicht vermessen anzunehmen, dass Edward ihm genau dieselbe Position auch unter der Herrschaft des Kindkönigs Edgar zudachte.Item Open Access The exchange of ideas between the Western and Eastern European city : an exploratory analysis based on the research on Stuttgart and Plovdiv(2023) Guirguinova, Radoslava; Philipp, Klaus Jan (Prof. Dr. phil. habil.)When studying the current research on the development of the Western and Eastern European city, we can observe a notion of a meandering relationship between the two urban models ranging from common beginnings, through different political and ideological metamorphoses towards a likely repeated approximation since 1989. The conflict between the inclusivity of this ideological premise and the perceived existing economic, political, cultural and psychological gap between the East and West motivates the research questions of the present doctoral thesis. It proposes a modified research approach to the study of the idea exchange and its influence on the built environment by performing a comparative analysis of the historical development of both contexts likened to the general European tendencies, exemplified through the observation of the case study cities Stuttgart and Plovdiv. The methodology of the project combines analytical methods from architectural history and theory, as well as semiotics, enabling the comprehensive analysis of the interaction between idea exchange and the urban transformation of European cities. Architectural history and theory methods are used in the longitudinal historical analysis of the urban transformation of Eastern and Western European cities. Simultaneously, the methodological principles of semiotics are implemented, when interpreting the built environment as a complex sign system, a physical message and product of the idea exchange between different cultural contexts. The material structure of the city is recognized as a testimony for the examined phenomena and systematically studied in the four aspects of urban morphology, the treatment of architectural monuments, the represented architectural styles and the resulting quality of urban space. The study of both urban contexts in relation to the general European tendencies and the role of idea exchange along the East – West axis conducted in the three parts of the thesis allows us to formulate an analytical frame regarding the operating principles of cultural dialogue and its influence on urban transformation. This approach classifies the operating principles in boundary factors, main actors, channels and forms of exchange, while creating guidelines for the further study. Subsequently, the initial analytical frame is refined and expanded to a hypothesis regarding the future development of European cities. The research objective shifts from the focus on the relationship between cultural dialogue and the built environment in the research on the historical period 1750 - 1989 to the study of the interaction between ongoing idea exchange, the developing civil society and the resulting transformation of the cityscape in the analysis of the period since 1989. It further expands to the interdependency between cultural dialogue, civil society, the professional guild and the built environment following the study of current phenomena, reflecting the central role and responsibility of architects and urban planners in ensuring the sustainable transformation of European cities.