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    Einfluss der Reaktionskinetik und Mischung auf die Selektivität in reaktiven Blasenströmungen
    (2022) Gast, Sebastian; Nieken, Ulrich (Prof. Dr.-Ing.)
    In dieser Arbeit wird das bisher noch unzureichend erforschte Wechselspiel zwischen Fluiddynamik, Stoffübergang und chemischer Reaktion in Blasenströmungen untersucht. Um die gegenseitigen Abhängigkeiten dieser Prozesse zu verstehen, müssen diese zuerst getrennt voneinander ohne die Beeinflussung der anderen Prozesse betrachtet werden. Um die Reaktionskinetik ohne Einfluss des Stofftransportes zu bestimmen, wurde ein neuer Kinetikreaktor entwickelt. Hierbei wird der Stoffübergang von der Gas- in die Flüssigphase räumlich von der Reaktion getrennt. Diese räumliche Entkopplung erlaubt die Untersuchung der Reaktionskinetik in homogener flüssiger Phase ohne jegliche Stofftransportlimitierung. Als Modellsystem wurde die Kinetik der unkatalysierten Toluoloxidation ermittelt und parametriert. Das selektive Reaktionsnetzwerk der Toluoloxidation, bestehend aus konkurrierenden Folge- und Parallelreaktionen bietet die notwendigen Voraussetzungen für die Studie der zuvor genannten Abhängigkeiten der Fluiddynamik, Stoffübergang und chemischer Reaktion in Blasenströmungen. Die ermittelte Reaktionskinetik erwies sich in numerischen Simulationen als zu langsam für die Interaktion mit der Blasenumströmung. Dies konnte experimentell in einer transparenten Hochdruckblasensäule technischer Größe bei industriellen Bedingungen von 30 bar und 190°C bestätigt werden. In weiterführenden Simulationen wurde die um einen Faktor KF beschleunigte Reaktionskinetik verwendet, um den Einfluss der nicht idealen Vermischung im Nachlauf einer Blase auf die Reaktion und das erzeugte Produktspektrum zu untersuchen. Es konnte gezeigt werden, dass nur Reaktionen durch die Blasenströmung beeinflusst werden, welche in einem Zeitbereich von 0.1 < Da_1 < 1000, dem sogenannten mischungsmaskierten Bereich, ablaufen. Langsamere oder schnellere Reaktionen laufen in der Bulkphase beziehungsweise ausschließlich an der Blasenoberfläche ab und werden nicht durch die unvollständige Vermischung im Nachlauf der Blase beeinflusst. Der größte Einfluss auf den Verlauf der Reaktion wird dabei von einer durch den stationären Blasenwirbel erzeugte Transportbarriere verursacht. Diese verhindert den Abtransport der erzeugten Produkte. Bei einem gleichzeitig konstanten Zustrom an Edukt werden Folgereaktionen gefördert. Dies führt zu einer starken Veränderung des Produktspektrums gegenüber des Reaktionsablaufes bei ideal vermischten Bedingungen. Darüber hinaus wurde ein Compartment Modell aufgestellt, um den Einfluss der nicht ideal vermischten Bedingungen einer Blasenumströmung auf die ablaufende Reaktion zu beschreiben. Das Compartment Modell basiert auf einem modifizierten Oberflächenerneuerungsmodell zur Darstellung der Abläufe an der Blasenoberfläche und einem Verweilzeitmodell zur Abbildung der unvollständigen Vermischung im Nachlauf der Blase. Es ist in der Lage, die identifizierte Abhängigkeit der Reaktion von Fluiddynamik und Stoffübergangs und -transport bei deutlich reduziertem Rechenaufwand zu reproduzieren und ist damit für den Einsatz in großskaligen Simulationen wie Euler-Euler und Euler-Lagrange geeignet.
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    CO2-Abtrennung aus Synthesegasen mit Hydrotalciten unter Hochtemperatur-Hochdruckbedingungen
    (2017) Bublinski, Martin; Seifert, Helmut (Prof. Dr.-Ing.)
    Membranverfahren trennen Gasgemische kontinuierlich, selektiv und energieeffizient. Damit stellt dieses Trennverfahren eine interessante Alternative zu herkömmlichen, energieintensiven Gasreinigungsverfahren mittels Wäschern dar. Allerdings steigen insbesondere für Hochtempera-turanwendungen die material- und prozesstechnischen Anforderungen an das Membransystem, wodurch die Materialauswahl stark eingegrenzt wird. Bisher existiert im kommerziellen Maßstab noch kein hochtemperaturtaugliches, kontinuierliches Abscheideverfahren für die selektive Abscheidung von CO2 aus Synthesegas. Der Einsatz von Membranen aus Hydrotalcit stellt für die CO2-Abscheidung aus vorgereinigten Synthesegasen einen vielversprechenden Lösungsansatz dar. In dieser Arbeit wird die systematische Entwicklung von anorganischen mehrschichtigen Hydrotalcit-Membranen vorgestellt, mit denen CO2 selektiv aus dem Gasstrom unter Hochtemperatur- und Hochdruckbedingungen (T > 350 °C, p ≤ 80 bar) abgeschiedenen werden kann. Die Prozesse CO2-Sorption bzw. CO2-Desorption auf der Membranoberfläche sowie die Diffusionseigenschaf-ten der Membran wurden dabei getrennt voneinander untersucht. Zuerst wurden an reinen und mit Kaliumcarbonat dotierten Hydrotalciten mit einem Sorptions-/Druckreaktor CO2-Sorptionsgleichgewichtsdaten im Temperatur- und Druckbereich zwischen 200-500 °C bzw. 20-80 bar aufgenommen. Dabei wurden maximale CO2-Kapazitäten von 1,2 mol/kg für reines Hydrotalcit und 2,0 mol/kg für dotiertes Hydrotalcit mit trockenem, bzw. 1,95 mol/kg für reines Hydrotalcit und 5,70 mol/kg für K-dotiertes Hydrotalcit mit feuchtem Gas ermittelt. Die Desorptionseigenschaften wurden mittels zyklischen CO2-Sorptionsexperimenten bestimmt. Dabei stellte sich sowohl für reines als auch für K-dotiertes Hydrotalcit für trockenes und feuchtes Gas eine konstante Arbeitskapazität nach mehreren Sorptionszyklen auf dem Niveau von zwei Drittel der ursprünglichen CO2-Sorptionskapazität ein. Die Hydrotalcit-Membransynthese erfolgte auf Al2O3-Substraten mit einem Harnstoff-Hydrolyse-Verfahren. Dadurch konnte ein Wachstum der Hydrotalcit-Kristalle direkt auf der Substratoberfläche erreicht werden und eine homogene Hydrotalcit-Membran synthetisiert werden. Durch eine weitere Hydrotalcit-Schicht gelang es, die Defekte der Membran weiter zu verringern. Die CO2-Permeanzen wurden mit einem Hochtemperatur-Membranmodul bei 200 °C auf 3,03·10-7 mol/(m2·s·Pa) und 500 °C auf 1,06·10-6 mol/(m2·s·Pa) bestimmt. Neben der Knudsen-Diffusion wurde die Lösungs-Diffusion von CO2 als weiterer Transportmechanismus durch die Hydrotalcit-Membran identifiziert. Die idealen CO2-Selektivitäten bezüglich N2, H2 und CO lagen demnach meist leicht über den Knudsen-Selektivitäten. Gegenüber N2 konnte bei Tempera-turen von 350 °C eine Selektivität von 1,31 ermittelt und folglich eine partielle CO2-selektive Trennung mit den synthetisierten Hydrotalcit-Membranen erzielt werden.
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    Modeling of porous polymer membrane formation
    (2017) Hopp-Hirschler, Manuel; Nieken, Ulrich (Prof. Dr.-Ing.)
    Porous polymer membranes are used in several separation processes, e.g. in dialysis or in water purification. The morphology of the membrane affects the quality of separation, e.g. selectivity, as well as the mechanical stability of the membrane. To control the morphology of the membrane during the preparation process we first need to understand the mechanism that leads to different pore structures. It is desirable to use a numerical model to predict the pore type and detailed structure. Wet-casting is a very common preparation process for porous polymer membranes where a liquid precipitation agent is used. Herein, a polymer solution and a coagulation bath is brought into contact. After contact the polymer solution is driven into a miscibility gap and starts to phase separate into a polymer lean and a polymer rich phase. Starting from the contact area between polymer solution and coagulation bath a pore structure grows where the polymer rich phase leads to the pore matrix. Although the process is used frequently in the last decades, its mechanism is still not fully understood. Therefore, the motivation in this thesis is to bridge experimental observations from membrane science to theoretical physics where concepts exist to understand the formation of pore structures in porous polymer membranes.
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    Selective oxidation of methane to hydrocarbon oxygenates using H2O2 over Fe-containing MFI zeolites in a micro fixed-bed reactor
    (2018) Zuo, Hualiang; Klemm, Elias (Prof. Dr.-Ing.)
    The selective oxidation of methane to value-added hydrocarbon oxygenates has profound meaning not only for chemical industry but also for academic research. However, it is a key challenge in catalysis as methane is a highly symmetric molecule that does not possess any dipolar moment or functionality that would allow for directing chemical reactions. The presented work studied the selective oxidation of methane to hydrocarbon oxygenates using aqueous H2O2 as an oxidant over Fe-containing MFI zeolites. The aim of this work is to improve the catalytic performance by intensifying the mass transport, adapting reaction conditions and optimizing the preparation of Fe-containing MFI zeolites.
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    Reaction mechanism development and numerical modeling of biomass gasification process
    (2021) Fernando, Niranjan; Riedel, Uwe (Prof. Dr. rer. nat.)
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    On the mass transport phenomena in proton exchange membrane water electrolyzers
    (2020) García Navarro, Julio César; Friedrich, K. Andreas (Prof. Dr. rer. nat.)
    Proton exchange membrane (PEM) water electrolysis is a technology designed to produce hydrogen using only water and electricity as inputs; it has gained increased attention in industry and academia due to its advantages over incumbent hydrogen generation processes (of which the most widely used are steam reforming and coal gasification) namely, low temperature, carbon-neutral and intermittent operation. PEM electrolysis can be instrumental for creating a hydrogen economy, although still much research needs to be carried out before widespread industrial adoption is achieved. PEM water electrolyzers suffer energy losses associated with the chemical reactions and the transport of charge and mass; of these phenomena, mass transport in PEM electrolyzers is the least understood subject, given the complex nature of the interaction of multiphase flows (mainly consisting of liquid water and evolved gases) through micrometric pores. The subject of multiphase flow in water electrolysis and its relationship with the mass transport phenomena in PEM water electrolysis has been a prevalent subject in the literature. Despite numerous attempts at pinpointing the relationship between mass transport overpotential and the operating parameters, there is no clear consensus about which transport mechanisms dominate, nor about how the component design of PEM electrolyzers affects the mass transport. While the effect of temperature and current density on mass transport losses has been extensively studied and is well understood, there are significantly fewer studies that focus on the effect of water flow and pressure. Both water flow and pressure have a direct effect on mechanisms such as bubble nucleation and two-phase flows that occur in the porous structures within a PEM electrolyzer (electrodes and porous transport layers, PTLs). In this work, I studied the effect of water flow and pressure on the mass transport phenomena in PEM electrolyzers. Chapters 1 and 2 provide an introduction to the topic as well as a description of the materials and experimental setups used. Chapter 3 of this thesis depicts the visualization and modeling of bubble nucleation in an operating PEM electrolyzer. I discovered that bubble detachment radii are largely independent of water flow and I identified two types of bubbles: bubbles that detach after reaching a critical size, and bubbles that fill up the pores of a PTL before detaching. Chapter 3 consists of the measurements I carried out regarding the transport of evolved gas through the water-filled pores of a PTL, where I observed that water flow severely impedes the gas transport through the pores and that such impediment is related to a shear stress exerted by the water flow on the pores. Chapter 5 shows the measuring of mass transport losses using electrochemical impedance spectroscopy (EIS) on an operating PEM electrolyzer; the results indicate that pressure and water flow affect the diffusion of gas in the electrode and that the mass transport overpotential depends on design parameters of the PEM electrolyzer, such as electrode thickness and hydrophobicity. Overall, I derived a theoretical framework based on the assumption that the evolved gas in a PEM electrolyzer permeates through the PTL after diffusing from the active sites to the bubble nucleation sites. Such framework, constructed on the basis of the models regarding gas transport in porous media, can be used to explain the mass transport loses in a PEM electrolyzer that arise from operating with increased water flows and pressures. The model I derived can be used in future work as a guideline to optimize the components of a PEM electrolyzer, in particular regarding the hydrophobicity and pore size distribution of PTLs as well as the composition of the catalyst ink to produce the electrodes. Moreover, this work can also be used to further understand the mass transport losses and optimize the operation of PEM electrolyzers to decrease the energy consumption of hydrogen generation.
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    Perovskite chromite-based fuel electrode for solid oxide cells (SOCs): towards the understanding of the electrochemical performance
    (2023) Amaya Dueñas, Diana María; Friedrich, K. Andreas (Prof. Dr. rer. nat.)
    The current energy transition is a key driver for the continuous development of fuel cells and electrolyzers due to the rapid growth of the clean energy demand and the need to overcome the intermittency of the power supply of renewable energy sources, such as wind and solar energy. In this regard, solid oxide cells (SOC) are promising systems that allow to overcome such fluctuations: they convert renewable electrical energy into chemical energy in the form of hydrogen and valuable fuels and chemicals, while they can also repower the grid by converting fuels and hydrogen into electrical power. This feature in reversibility has attracted the interest among Power-to-X technologies, which can be exploited by operating SOCs in fuel cell (SOFC), electrolysis (SOEL) and reversible (rSOC) modes. Nevertheless, SOCs are not yet a mature technology due to limitations on the performance of their electrolyte and electrodes. Typical fuel electrodes made of Ni-based cermets are in contact not only with hydrogen, but also with reactants such as natural gas, biogas, steam and carbon dioxide, leading to important operation issues related to high temperatures and poisoning tolerance, which significantly detriment the performance of these systems. Due to the urgent need for the development of sustainable SOC systems in clean energy scenarios, this thesis aims to cover the Ni cermets issues related to SOCs operation, such as nickel agglomeration, nickel migration, structural cell damage and carbon deposition. Therefore, with the motivation to propose alternative fuel electrode materials to the state-of-the-art Ni cermets, formulations of perovskite chromite-based fuel electrodes were investigated in different SOC operating conditions. Firstly, different perovskite compositions were investigated by X-ray diffraction (XRD) to ensure the desired phase. With these crystal structure characterizations, the lanthanum-chromite perovskite with Ni doping (LSCrN) was selected as candidate fuel electrode material with the compositions La0.7Sr0.3Cr0.85Ni0.15O3-δ (L70SCrN) and La0.65Sr0.3Cr0.85Ni0.15O3-δ (L65SCrN). These materials were synthetized by the glycine-nitrate combustion method and ceramic powder morphology was characterized by scanning electron microscopy (SEM). An experimental protocol for the cell manufacturing process was designed and the electrolyte-supported-cells (ESCs) were produced by screen-printing, drying and sintering processes. ESCs were tested in different operating SOC modes: fuel cell (SOFC), steam electrolysis (SOEL), steam and carbon dioxide co-electrolysis (co-SOEL), as well as in reversible mode (rSOC) and even in dry carbon dioxide electrolysis operation. In situ electrochemical characterizations were performed by evaluating the voltage - current response and the electrochemical impedance spectroscopy (EIS). In parallel, the exsolution of nickel particles from the produced LSCrN ceramic powders was investigated by means of temperature programmed reduction (TPR), X-ray spectroscopy (XPS) and XRD techniques. It was shown that the introduction of A-site deficiency promoted the reduction of metallic nickel particles on the perovskite surface. The particle distribution was found to be dependent on the temperature, the atmosphere and the overpotential. In co-SOEL operation, cells with the developed L65SCrN electrode showed a comparable performance to the ones with state-of-the-art Ni cermets, e.g. - 0.8 A·cm-2 at 1.32 V and 860 °C. The long-term stability (~ 1000 hours) suggested that under strongly reducing atmospheres, such as in SOEL at 860 °C, the L65SCrN electrode suffered from accelerated performance degradation due to an alteration of the transport properties. Nonetheless, it was found that a decrease in operating temperature (below 830 °C) could be a suitable strategy to mitigate this durability issue. These findings are related to a gain in performance of the perovskite electrodes against the state-of-the-art Ni electrodes at temperatures between 770 °C and 830 °C, possibly due to lower reaction energy barriers. These outcomes were used as basis for a scale-up analysis from the cell level up to the system level, i.e. up to the MW scale, by analyzing a real case application of SOEL-based systems for hydrogen production. This analysis suggested that the implementation of perovskite electrodes in SOEL systems, together with a decrease of the system operating temperature, would lead to a significant reduction of the number of cells in the stacks and hence of the system components, simplifying the system layout. Additionally, the required amount of Ni raw material would also be significantly decreased, which would mitigate future supply chain issues that the mineral market may experience in the upcoming years. This study paves the way for future alternative electrode development for SOC applications while suggesting potential benefits at the system scale.
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    Herstellung von Acrylnitril aus biobasierter Milchsäure und Propionsäure
    (2019) Mack, Daniel; Klemm, Elias (Prof. Dr.-Ing.)
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    Modeling and simulation of electronic excitation in oxygen-helium discharges and plasma-assisted combustion
    (2018) Kuntner, Nikolaj; Riedel, Uwe (Prof. Dr. rer. nat.)
    The present work concerns the generation of electronically excited oxidizers in non-thermal discharges in the context of plasma-assisted hydrogen and methane combustion at atmospheric pressures. These conditions are of practical relevance for the combustion technology. However, as the conversion of electrical power into particular, chosen chemical degrees of freedom is facilitated by low molecular interaction, the atmospheric parameter range is often neglected in the literature. This work provides the design and validation of accurate and efficient computational models for several experiments in this parameter range.
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    Optimierung von Reaktionsparametern und Katalysatorsystemen für die direkte Verflüssigung von Braun- und Biokohlen im Satzreaktor
    (2014) Trautmann, Martin; Traa, Yvonne (PD Dr. rer. nat.)
    Die Spitzenölausbeute dieser Arbeit bei der direkten Braunkohleverflüssigung unter optimalen Reaktionsbedingungen von 71 Ma.-% mit dem Umsatz von 97 % übertraf den Bestwert aus dem industriell aktiven Shenhua-Prozess (Produktionshöhe 1 Mt a-1), welcher 65 Ma.-% und 93 % beträgt. Hierbei bedient sich der Shenhua-Prozess einer hoch inkohlten Steinkohle, während die Prozessbedingungen pRkt. = 17 MPa, TRkt. = 728 K betragen. Die reaktivere aliphatenhaltige „bitumenreiche Braunkohle“ der vorliegenden Arbeit, HOME1 (nH/nC = 1,25; HHVwaf-Kohle = 32,5 MJ kg-1), erreichte die beschriebenen Werte für die Ölausbeute und den Kohleumsatz bei kleinerer Reaktionstemperatur von TRkt. = 673 K und ähnlichem Reaktionsdruck von pRkt. = 18 MPa. Eine Senkung der Reaktionstemperatur ist aus ökonomischer Sicht wichtig, um die Investitionskosten, welche den größten Beitrag für einen Prozess stellen, zu minimieren. Die hervorragenden Ergebnisse für die eigene Ölausbeute wurden mithilfe einer einfachen Katalysatoroptimierung erreicht. Durch Voruntersuchungen stellten sich 18Co/SiO2-Katalysatoren als ideal heraus, wobei SiO2 (ABET = 352 m2 g-1) für nanosphärisches pyrogenes Siliciumdioxid steht, welches dafür sorgen sollte, dass die reaktive Kontaktfläche zwischen Katalysator (hydrieraktive Cobaltkomponente) und makromolekularen Kohlefragmenten möglichst groß wird. Im Gegensatz zum industriell verwendeten FeS2 Katalysator, konnten mit diesen Katalysatoren höhere Ölausbeuten (55 Ma.-% mit S-18Co/SiO2_773K773A und 47 Ma.-% mit FeS2) bei gleicher Metallkonzentration (1,8 Ma.-%) erreicht werden. Der als aktiver eingestufte Industriekatalysator Co-Mo/Al2O3 ermöglichte zwar eine höhere Ölausbeute von 58 Ma.-% bei identischer Cobaltkonzentration (1,8 Ma.-%), jedoch betrug dessen Katalysatormasse nahezu das Fünffache des 18Co/SiO2-Katalysators, was sich aufgrund der modifizierten Verweilzeit nachteilig auf ein etwaiges Upscaling auswirkt. Durch die Erhöhung der Metalldispersion (von 3,0 auf 11,0 %) des 18Co/SiO2-Katalysators über mildere Aktivierungsbedingungen (keine Kalzinierung und H2-Aktivierung bei 673 K, statt Kalzinierung und H2-Aktivierung bei jeweils 773 K), und durch die zusätzliche in-situ-Sulfidierung dieses Katalysators zur Bildung der aktiveren Co9S8-Phase, konnte die Ölausbeute von 61 auf 71 Ma.-% erhöht werden. Dabei muss erwähnt werden, dass der Cobaltanteil an der Reaktion halbiert wurde und lediglich 0,9 Ma.-% bezogen auf die wasser- und aschefreie Braunkohle betrug. Hiermit konnte, zumindest im Labormaßstab, eine neuartige Katalysatorgeneration für die DCL entwickelt werden. Während der hohe Kohleumsatz von 97 Ma.-% die Möglichkeit einer einfachen Katalysatorwiedergewinnung bietet, die bereits unter suboptimalen Bedingungen zu 70 Ma.-% ohne Aktivitätsverlust möglich war, wurde auch die Variante eines magnetischen Trägermaterials SiO2/Fe3O4 für die Abtrennung getestet. Der Katalysator mit diesem Träger konnte zu 82 Ma.-% zurückgewonnen werden, während die Ölausbeute auf 67 Ma.-% sank, allerdings das Recycling des Katalysators keinen Aktivitätsverlust zufolge hatte. Die Öle der HOME1-Verflüssigung zeigen nicht zuletzt wegen der hochwertigen Einsatzkohle sehr gute Charakteristika (nH/nC = 1,57; HHVÖl = 43,5 MJ kg-1) welche sogar dem Rohöl „Arabian Light“ nahe kommen (nH/nC = 1,77; HHVÖl = 44,8 MJ kg-1), wodurch sich eine kosteneffiziente Aufarbeitung des Verflüssigungsöls ergäbe. Das Konzept der DCL mit 18Co/SiO2 als Katalysator konnte ebenso auf eine gewöhnliche, aromatenreichere Braunkohle, HOME 3 (nH/nC = 0,99; HHVwaf-Kohle = 30,0 MJ kg-1) ausgeweitet werden, wobei die Ölausbeute auf 57 Ma.-%, nH/nC auf 1,38 sowie HHVÖl auf 41,9 MJ kg-1 sanken. Diesbezüglich zeigte sich, dass insbesondere der aliphatische Charakter der bitumenreichen Braunkohle HOME1 entscheidend für die herausragenden Verflüssigungseigenschaften ist. Als ökologisch grünere Variante konnte die direkte Verflüssigung der Biokohle „SunCoal“ erfolgreich auf eine Bioölausbeute von 42 Ma.-% optimiert werden. Hierbei lag die Reaktionstemperatur mit 623 K sogar tiefer als für die DCL der Braunkohlen. Die erhaltenen Bioöle (nH/nC = 1,31; HHVÖl = 40,5 MJ kg-1; wO = 5,2 Ma.-%) erfüllten nahezu alle Kriterien eines „Bio-Petroleum“ (nH/nC > 1,5; HHVOil > 40,0 MJ kg-1; wO > 6,0 Ma.-%) und sind Teil einer vielversprechenden Route für die Produktion von „Biokraftstoffen der zweiten Generation“, welche komplementär zu weiteren „Upgradingmethoden“, wie etwa der Hydrodeoxygenierung von Bioölen ist. Der Katalysator 18Ni/TiO2 wurde ebenfalls in kleinsten Mengen (0,9 Ma.-% Nickel bezogen auf die waf-Kohle) verwendet und konnte magnetisch zu 99 Ma.-% zurückgewonnen werden, wenn die Biokohle keinen Schwefel enthielt. Die Möglichkeit, Biokohlen ohne Schwefel unter kontrollierten Bedingungen mit hoher Toleranz bezüglich des Einsatzstoffes herzustellen, existiert bereits. Der Katalysator zeigte ebenfalls kaum Deaktivierungserscheinungen in einer Recyclingreaktion. Insgesamt ist die direkte Biokohleverflüssigung eine aussichtsreiche Technologie, um künftige CO2-Emissionen zu senken und sollte weiter evaluiert werden. Insbesondere das Konzept lokaler HTC-Einheiten, von denen aus die erzeugte Biokohle (aus Bioabfällen) zu einer zentralen DCL-Anlage transportiert wird, könnte bei weiterer Verbesserung der Bioöleigenschaften relevant werden.