Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.18419/opus-4435
Authors: Rieck, Alexander
Title: Beitrag zur Gestaltung von Arbeitsumgebungen für die Wissensarbeit
Other Titles: A contribution to the design of work environments for knowledge work
Issue Date: 2011
Publication type: Dissertation
Series/Report no.: IPA-IAO-Forschung und Praxis;505
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:93-opus-63724
http://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/4452
http://dx.doi.org/10.18419/opus-4435
ISBN: 978-3-939890-71-3
Abstract: „Wohlfühlen“ und „Arbeit“ sind Begriffe, die in der Vergangenheit gegensätzlich genutzt wurden. „Arbeit“ war verbunden mit körperlicher und geistiger Anstrengung und Leiden. „Wohlfühlen“ und das wissenschaftliche Synonym „Wohlbefinden“ standen für Freude, Erholung und Glück. Mit dem Wandel von der Industrie- zu einer postmateriellen Wissensgesellschaft ist das „Wohlbefinden“ ein sehr erstrebenswertes Gut geworden, steht es doch auch in einem engen Zusammenhang zur Gesundheit. Gesund ist, wer ein physisches, psychisches und soziales „Wohlbefinden“ hat. Mit der Veränderung der Arbeitswelt wachsen auch die Anforderungen an die Mitar-beiter. Der Wissensarbeiter von heute muss schnell, flexibel, kommunikativ und kreativ sein. Eine Arbeitsumgebung, welche diese Eigenschaften fördert, sollte daher die geistige Anforderung des Menschen an diese Umgebung berücksichtigen. Dabei spielt das „Wohlbefinden“ in den Arbeitsräumen eine zentrale Rolle. Der Zusammenhang von „Wohlbefinden“ und Arbeitsumgebung ist in der Fachliteratur nur unzureichend beschrieben. So wird zwar die zentrale Bedeutung von „Wohlbefinden“ oft hervorgehoben, es werden aber keine Hinweise gegeben, wie dies in der Planung von Arbeitsumgebungen zu berücksichtigen ist. Deshalb wurden in der vorliegenden Ar-beit zunächst einmal die Begriffe definiert und von verwandten Begrifflichkeiten ge-trennt, um sie arbeitswissenschaftlichen Fragen zugänglich zu machen. In einem weiteren Schritt dient diese Definition als Baustein für die Entwicklung eines fundierten Wirkmodells, welches die Zusammenhänge und Mechanismen von Raum und „Wohlbefinden“ beschreibt. Darauf aufbauend werden die Faktoren ermittelt, welche in der räumlichen Arbeitsumgebung für das „Wohlbefinden“ verantwortlich sind. Die sogenannten Raumfaktoren „Raumgeometrien und Proportion“, „Luft und Geruch“, „Blickbeziehungen“, „Abwechslung und Individualisierung“, „Corporate Culture“, „Technikintegration“, „Materialität“, „Licht“, „Akustik“ und „Sicherheit“ bilden die Grundlage für eine breit angelegte arbeitswissenschaftliche Empirie, in welcher die Relevanz dieser Faktoren ermittelt und bewertet wird. Die Studie liefert dabei Erkenntnisse über die Zusammensetzung der einzelnen Raum-faktoren, wie z. B. welche Materialien dem „Wohlbefinden“ zuträglich sind, als auch die Gewichtung der Raumfaktoren zueinander. In einem weiteren Schritt der Arbeit werden diese Ergebnisse als wesentliche Grund-lage für eine Bewertungssystematik für das „Wohlbefinden“ in Arbeitsumgebungen genutzt. Mit Hilfe dieser Bewertungssystematik („PAWO“) kann ein Experte eine ob-jektivierte Beschreibung einer Arbeitsumgebung durchführen und diese im Hinblick auf das „Wohlbefinden“ bewerten. Dabei können sowohl einzelne Arbeitsplätze als auch gesamte Räume untersucht werden. Diese Untersuchung kann sowohl in der gebauten Umgebung oder anhand des vorliegenden Datenmaterials auch schon in der Planung einer Arbeitsumgebung eingesetzt werdende. Durch die Bewertung er-hält der Experte Hinweise auf Stärken und Schwächen der Planung und kann somit Handlungsfelder ableiten. Ein Objekt kann mehrmals untersucht werden, um in einem iterativen Prozess zu einer optimierten Planung zu gelangen. Zudem können die Daten gespeichert werden, um sie in einem Benchmark mit anderen Objekten zu ver-gleichen. In einem exemplarischen Fallbeispiel wird die Wirksamkeit der Bewertungssystematik nachgewiesen. Die vorgeschlagene Arbeitsumgebung wird bewertet und anhand der erhaltenen Daten neu geplant. Diese Planung wird erneut einer Bewertung unterzo-gen, um die positive Entwicklung der Neuplanung zu überprüfen. Diese letzte Bewertung beweist die Wirksamkeit der Bewertungssystematik und damit die entwickelten und beschriebenen Zusammenhänge von „Wohlbefinden“ und Ar-beitsumgebung.
“Well-being” and “Work” are two terms that have been used as contrasting concepts in the past. “Work” meant physical and intellectual effort and suffering. “Feeling well” and its scholarly synonym, “Well-being” on the other hand meant joy, re-laxation and happiness. In the course of the change from an industrial to a post-material knowledge society, “well-being” has become a very desirable good, espe-cially since it is closely related to health. Someone is healthy when they enjoy physical, mental and social “well-being”. As the world of employment changes, demands on the staff increase. A knowledge worker today has to be quick, flexible, communicative and creative. A work environ-ment supporting those characteristics should therefore take the intellectual demands of humans on their environment into account; and “well-being” plays a crucial role in the workspace. The connection of “well-being” and work environment has yet to be described adequately in specialist literature. While the importance of “well-being” is mentioned frequently, there is no indication of how this could influence the planning of work environments. In this work, the first step therefore is a definition of terms and clear distinction of related terminology in order to render them accessible to questions of ergonomics. In a next step, this definition serves as one component in the development of a well-founded model of effects that describes the links and mechanisms between space and “well-being”. This is followed by an investigation of those factors that determine “well-being” in the actual space used for working. The so-called space factors “space geometries and proportions”, “air and smells”, “lines of view”, “variety and individ-ualisation”, “corporate culture”, “integration of technology”, “materiality”, “light-ing”, “acoustics” and “safety” are the basis for an empirical ergonomic study with a broad scope determining and assessing the relevancy of those factors. The study provides insights into the relationship of the individual space factors such as, for example, which materials are conducive to “well-being”, as well as the importance of the individual space factors in relation to each other. A further step then used the results gained as the main basis for the development of a systematic assessment scale for “well-being” in work environments. Using this as-sessment scale (“PAWO”), an expert is able to arrive at an objectivised description of a work environment and assess it in terms of “well-being”; a procedure that may be applied both for individual work spaces and entire rooms. In addition, such an inves-tigation may be carried out both for an existing, already built environment or based on data material during the planning stage of a work environment. Experts are thus provided with information on the strong and weak points of the planning and can deduce fields of action from this information. An object can be assessed several times as the iterative process helps to arrive at an optimised planning. Furthermore, data can be saved to compare it with other objects in a benchmarking procedure. An exemplary case study serves to substantiate the effectiveness of the assessment systematization used. A suggested work environment is assessed and re-structured according to the findings. This planning is then assessed again to check the positive development of the modified plans. This last assessment proves the effectiveness of the systematic assessment scale and, as a consequence, the developed and described relationship of “well-being” and work environment.
Appears in Collections:07 Fakultät Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
Diss_Rieck_hs_15072011.pdf2,31 MBAdobe PDFView/Open


Items in OPUS are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.