Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.18419/opus-112
Authors: Nun, Frank
Title: Sparkassenarchitektur in den 1950er bis 1970er Jahren : das Streben nach unauffälliger Repräsentativität
Other Titles: Savings bank architecture from the 1950s until the 1970s
Issue Date: 2014
metadata.ubs.publikation.typ: Dissertation
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:93-opus-97898
http://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/129
http://dx.doi.org/10.18419/opus-112
Abstract: Mit dieser Dissertation wird insbesondere für den Untersuchungszeitraum von 1950 bis 1970 die Typologie der westdeutschen Sparkassenarchitektur dokumentiert. Forschungsschwerpunkt sind öffentlich zugängliche Geschäftsstellen (Filialen) in Hamburg, München, Köln und Bremen. Der regionale Bezug wird auf die Freie und Hansestadt Hamburg gewichtet. Besonders in der Fachwelt werden Sparkassen als Zweckbauten wahrgenommen, die sowohl mit ihrem äußeren Erscheinungsbild, als auch hinsichtlich ihrer funktionalen Innenarchitektur trotz Ihrer Solidität, Unscheinbarkeit und gezielt forcierten Zurückhaltung interessante architektonische Gestaltungselemente, aber auch Ambivalenzen aufweisen. Obwohl der Sparkassengedanken bereits seit rund 400 Jahren in Frankreich und England existierte, wurde erst zu Ende des 18. Jahrhunderts in Hamburg die erste Filiale eröffnet. Besonders ab Mitte des 19. Jahrhunderts folgten zahlreiche weitere Gründungen. Hervorgerufen durch flächendeckende und zentral ausgerichtete Umstrukturierungen in den Betriebsorganisationen der Sparkassen zu Anfang des 20. Jahrhunderts folgte eine Neuausrichtung der Sparkassenarchitektur. In diesem Zeitraum wurden die Grundlagen für eine funktionale und typologische Sparkassenarchitektur geschaffen. Diese Entwicklung stand im Kontext zur fortschreitenden Industrialisierung und damit einhergehend mit Reformbewegungen in der bildenden Kunst und Architektur. Besonders unter Mitwirkung der Verbände entwickelten Sparkassen ein eigenes und einheitliches „Corporate Identity“. Demnach konzentrierten sie sich sowohl auf die Außenkennzeichnung als auch auf die Etablierung einer einprägsamen, gestalterisch reduzierten und im hohen Maße standardisierten Innenarchitektur. Zeittypische und moderne Architekturtendenzen spiegelten sich im äußeren Erscheinungsbild der Standorte wider. Zu Beginn der 1950er Jahre wurden nahezu zeitgleich von den westdeutschen Instituten Projekte für den systematischen Ausbau der Vertriebsnetze unter Steuerung der institutseigenen Organisationsabteilungen aufgenommen. Hinsichtlich der Innenarchitektur orientierte man sich zunächst an den vertrauten und bis dahin bewährten Standards aus den vorausgegangenen Epochen. Dabei galt es „Experimente“ möglichst zu vermeiden, denn der Betrieb musste reibungslos funktionieren. Obwohl bis Anfang der 1950er Jahre Mangel an Baumaterial und Inventar herrschte, konnten (besonders in den international ausgerichteten Großstädten) die Institute die aufkommenden, modernen Tendenzen nutzen um ihre Innenarchitektur möglichst zeitgemäß auszustatten. In Hamburg und Köln wurden anfangs sowohl moderne organische Formen und - besonders zu Beginn der 1950er Jahre – auch traditionelle Architekturen bevorzugt. Auch nutzten die Institute die bis dahin gewonnenen Erfahrungen aus der industriellen Vorfertigung und dem normgerechten Bauen und orientierten sich mitunter an Gestaltungsgrundsätze zeittypischer Ladenbauarchitektur. Ab Mitte der 1950er Jahre gestaltete sich die Sparkassenarchitektur zunehmend progressiver. Die Moderne setzte gegen die vorausgegangenen traditionellen Architekturtendenzen durch. Gleichzeitig gewann auch (besonders in Hamburg) die integrative Architektur als Mischung zwischen traditioneller und moderner Architektur an Einfluss. Hinsichtlich der Innenarchitektur der Geschäftsstellen war infolge der schnell voranschreitenden Mechanisierung eine kräftige Weiterentwicklung zu verzeichnen. Trotz aller Neuerungen wurden die bis dahin erhaltenen Grundpfeiler in der Innenarchitektur der Geschäftsstellen, die geschlossene Theke und die Kassen, beibehalten. Die räumliche Trennung zwischen Kunden und Mitarbeitern wurde auch mit den neuen Dienstleistungsangeboten stringent weitergeführt. Im Grunde genommen blieb die Kundenhalle aus betrieblicher Sicht ein Großraumbüro. Gegen Ende der 1960er Jahre zeichnete sich eine Wende in der Innenarchitektur ab. Weiterentwickelte Informationstechnologien ermöglichten die direkte Online - Vernetzung mit zentralen Rechenzentren. Seit Mitte der 1970er Jahre wurden offene Grundrisse in den Kundenbereichen eingeführt. Das ursprüngliche Zentrum der Kundenhalle, die geschlossene Theke, verschwand. Auf das äußere Erscheinungsbild der Geschäftsstellen hatten diese Neuausrichtungen jedoch kaum Auswirkungen. Nach wie vor präsentierten sich die Institute in gewohnter Form, anlehnend an den Gegebenheiten des unmittelbaren städtebaulichen Umfeldes, als ein Teil des Ganzen, mit dem Streben nach unauffälliger Repräsentativität.
With this dissertation the typology of the West German savings bank architecture is documented in particular for the investigation period from 1950 to 1970. Public offices (branches) in Hamburg, Munich, Cologne and Bremen are research focus. The regional reference is weighted on the free and Hanseatic City of Hamburg. Especially in the professional world savings banks as buildings are perceived which exhibit interesting architectural design elements but also ambivalence with her appearance as well as with regard to their functional interior design despite their solidity blandness and purposefully forced restraint. Although the savings bank idea existed for around 400 years in France and England the first branch was opened in Hamburg to late 18th century. Especially from the mid-19th century numerous other foundations followed. Caused by comprehensive and centrally-oriented restructuring in the economic organizations of the savings banks at the beginning of the 20th century followed a realignment of the savings bank architecture. During this period there were laid foundations for a functional and typological savings bank architecture. These developments in the context of the continuing industrialization and associated with reform movements in the Visual Arts and architecture. Especially with the participation of the associations savings banks developed an own and uniform "corporate identity". Therefore they focused on the outer labelling as well as on the establishment of a catchy creative reduced and standardized to a high degree interior design. Time-typical and modern architecture trends are reflected in the external appearance of the sites. At the beginning of the 1950s projects for the systematic development of the distribution networks under the control of the institution's organization departments recorded almost simultaneously by the West German institutions. In terms of Interior design you first focused on the familiar and proven until then standards from the previous periods. It was to avoid "Experiments" because the company had to work smoothly. Although until the early of 1950s there was a shortage of building materials and inventory the Institute could use (particularly in the internationally-oriented cities) the emerging modern tendencies to equip their interior design as contemporary. Initially both organic forms of modern and architectures traditional - especially at the beginning of the 1950s - were preferred in Hamburg and Cologne. Also, the Institute used the experience gained until then from the industrial prefabrication and standard-compliant building and sometimes were based on design principles of time-typical store architecture. From the mid-1950s the savings bank architecture proved increasingly progressive. The modern beat the previous trends of traditional architecture. At the same time integrative architecture as a mix between traditional and modern architecture is gaining influence (particularly in Hamburg). With regard to the interior design of the offices a strong development was due to the rapidly advancing mechanization. In spite of all innovations were the cornerstone in the interior design of the offices which maintain closed counter and the cashier preserved until then. The spatial separation between customers and employees was stringently continued with the new service offerings. Basically the customer Hall operationally remained an open-plan office. A turning point in the interior design emerged towards the end of the 1960s. Advanced information technologies have allowed the direct online - networking with central data centers. Open floor plan in the areas of customer has been introduced since the mid-1970s. The original Centre of the banking Hall, the counter closed, disappeared. These new orientations had little impact on the external appearance of the offices. Still the Institute in the usual form presented leaning on to the circumstances of the immediate urban environment as a part of the whole, with the pursuit of inconspicuous representativeness.
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