Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.18419/opus-25
Authors: Seebacher, Andreas
Title: Wiederbeschaffung von Wohnraum im Rahmen humanitärer Hilfe nach Kriegen : modellhafte Strategien und der Fall Mostar
Other Titles: Housing supply within the framework of humanitarian aid after war : model strategies and the case of Mostar
Issue Date: 2004
metadata.ubs.publikation.typ: Dissertation
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:93-opus-17058
http://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/42
http://dx.doi.org/10.18419/opus-25
ISBN: 3-00-013671-1
Abstract: In der vorliegenden Arbeit geht es um die Beantwortung der Fragen, welche Wege humanitäre Hilfsorganisationen in Vergangenheit und Gegenwart bei der Beschaffung von Wohnraum nach Katastrophen und speziell nach Kriegen eingeschlagen haben, und welche ihrer Strategien angemessen und empfehlenswert erscheinen. Zunächst wird die Problemlage skizziert und dabei auf die besondere Bedeutung von Wohnraum für die Menschen und auf die Wichtigkeit humanitärer Hilfe in diesem Bereich abgehoben. Anschließend wird die These formuliert, der zufolge besonders solche Vorgehensweisen zur Hilfe im Housing-Bereich taugten, die auf eine Ausbaubarkeit der jeweiligen Lösung setzen und die den Betroffenen die Mittel an die Hand geben, sich selbst zu helfen. Danach wird erörtert, auf welche Weise die unterschiedlichen Strategien beurteilt werden können. Schließlich wird ein Vorschlag unterbreitet, wie bekannte Strategien analysiert und wie neue Vorgehensweisen gebildet werden können. Eine Grundlage hierfür ist die Annahme, Strategien ließen sich in einzelne Bausteine gliedern. Ein zweiter Ausgangspunkt ist die Feststellung, daß einerseits jeder dieser hier sogenannten 'Strategiebausteine' für den inhaltlichen Schwerpunkt einer Vorgehensweise stehen kann, daß andererseits aber die Gesamtheit der Bausteine ein Gerüst bildet, das sowohl die Analyse als auch die Synthese von Vorgehensweisen erlauben. Alle Bausteine werden anhand von Fällen aus den Bereichen der Katastrophenhilfe, des Wiederaufbaus und der Entwicklungszusammenarbeit exemplifiziert. Die Aktivitäten und Forschungserkenntnisse dieser drei Fachgebiete bilden gewissermaßen das Koordinatenkreuz, innerhalb dessen die Aussagen der vorliegenden Dissertation zu verorten sind. Im Anschluß werden am Beispiel der (bürger )kriegszerstörten Stadt Mostar in Bosnien und Herzegowina typische Kontextbedingungen differenziert geschildert, wie sie nach der Katastrophe eines Krieges herrschen und somit den Rahmen für humanitäre Hilfe bilden. Darüber hinaus wird dargestellt, welche Akteure in dieser Stadt unter Anwendung welcher Vorgehensweise tätig waren, um der vom Krieg betroffenen Bevölkerung Wohnungen oder Unterkünfte zu verschaffen. Im Ergebnis werden ein Kriterienkatalog und ein Verfahren zu seiner Anwendung vorgeschlagen, die es für den allgemeinen Fall erlauben, Strategien zur Wiederbeschaffung von Wohnraum sowohl ex post, also nach ihrem Einsatz, zu evaluieren (Analyse), als auch sie ex ante, nämlich in der Phase ihrer Konzeption, zu begutachten (Synthese). Für den hier speziell untersuchten Fall der Stadt Mostar und der dort geleisteten Hilfe im Bereich Housing werden die Befunde im Lichte des genannten Instrumentariums dargestellt. Zudem werden daraus Schlüsse gezogen, die sich für den allgemeinen Fall hinsichtlich der Leistungsfähigkeit bestimmter Strategien und der Relevanz einzelner ihrer Bausteine ergeben, ohne jedoch daraus den Anspruch abzuleiten, ein allgemeingültiges Patentrezept anbieten zu können. Immerhin wird sich aber in dieser Schlußbetrachtung erweisen, daß Vorgehensweisen, die als Stufenlösung angelegt sind und Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, aus diversen Gründen zu bevorzugen sind.
This thesis concerns itself with the question of the methods, which have been adopted, and are still in use, by humanitarian aid organisations to supply post-disaster shelter and housing. It examines which of the strategies used seem to be adequate and recommendable, particularly after war. First, the current situation is sketched out, underlining the special significance of housing and the importance of humanitarian aid in this field. The central hypothesis suggests that especially those methods that back solutions with developmental potential and hand resources to the people in need - thus allowing them to help themselves - best suit assistance activities in the housing area. A discussion follows regarding how the different strategies can be assessed. Lastly, a proposal is made as to how known strategies can be analysed and how new ones can be formulated. An important basis for this procedure is the assumption that strategies can be structured into smaller units - so-called 'strategy building blocks'. Another starting point is the observation that each of these units can, on one hand, stand for a procedure's focus or main content. On the other hand, the sum of all these 'building blocks' can be seen to form a framework, which allows both the analysis and the synthesis of procedures. All of the 'building blocks' are illustrated by examples from the fields of disaster aid, reconstruction, and development cooperation. The activities and research results in these three areas create a kind of coordinate system in which the statements of this thesis are to be positioned. Subsequently, typical contextual conditions are described in detail as they occur after the disaster of war, and form the frame for humanitarian aid. This is shown by the example of the (civil-) war-torn city of Mostar in Bosnia and Herzegovina as case study in the focus of this research. The protagonists who were active in this city are portrayed, along with their respective strategies used to supply housing or shelter to the population concerned. Concluding the thesis, a catalogue of criteria as well as a procedure for its use is proposed. These instruments may be applied to a general case both to evaluate strategies ex post, i. e. after their implementation, (analysis) - and to examine them ex ante, namely during the phase of their conception (synthesis). The findings are described in the light of the above-mentioned instruments. They are not only depicted for the city of Mostar and for the aid given here in the field of housing supply, but the findings also prove to be applicable to a general case with regard to the efficiency of certain strategies and to the relevance of single 'building blocks' within those strategies. However, the conclusions drawn do not claim to be generally valid or to offer a 'patent remedy' for all cases. The final balance will prove that, for a range of reasons, approaches are preferred that have developmental potential and offer self-help resources to the people.
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