Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.18419/opus-5666
Authors: Schäfer, Henry
Bauer, Fabian
Bracht, Felix
Title: "BiC in Sustainability?" : die Transparenz von Best in Class-Nachhaltigkeitsfonds in Deutschland
Other Titles: "BiC in sustainability?" : transparency of best in class-sustainability funds in Germany
Issue Date: 2015
metadata.ubs.publikation.typ: Arbeitspapier
metadata.ubs.publikation.auflage: Redaktionell angepasste Version/Editorial modified version
Series/Report no.: Forschungsbericht / Betriebswirtschaftliches Institut der Universität Stuttgart, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft;2015,1 (a)
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:93-opus-100113
http://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/5683
http://dx.doi.org/10.18419/opus-5666
Abstract: Der vorliegende Beitrag analysiert in Deutschland vertriebene Publikumsinvestmentfonds, die den Anspruch als Nachhaltigkeitsfonds erheben und nach dem Best in Class-Ansatz (BiC-Ansatz) in Kombination mit einem Negative-Screening (verstanden als Ausschlusskriterien) konstruiert sind. Ziel ist es zu erheben, auf welche Weise die den Fonds vom Anbieter zugrunde gelegten BiC- und Screening-Methoden Anlegern transparent gemacht werden und worin zwischen den Fonds diesbezüglich Unterschiede bestehen. Es geht um eine Informationsasymmetrie zwischen Anlegern und Anbieter, deren Ausmaß und Struktur sowie um die daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen u.a. für den Anlegerschutz und das Marketing von Nachhaltigkeitsfonds. Bei der Untersuchung konnten insgesamt sechs verschiedene Umsetzungspraktiken des BiC-Ansatzes und der Ausschlusskriterien kategorisiert werden. Überwiegend investierten die untersuchten Fonds zum Erhebungszeitpunkt in Unternehmenswertpapiere. Anbieterseitig werden die Umsetzungen der jeweiligen BiC-Methoden und der Ausschlusskriterien mit deren Umsatztoleranzen überwiegend transparent dargestellt. Informationsdefizite zeigen sich bei der genauen Auflistung der Nachhaltigkeitskriterien im Rahmen des BiC-Ansatzes sowie der Tiefe angewandter Ausschlusskriterien in der Wertschöpfungskette bei den Unternehmen der Anlagetitel. Auffallend ist der hohe Anteil an Fonds, die das Nachhaltigkeitsuniversum als Vorleistung von einer einzelnen Nachhaltigkeitsrating-Agentur beziehen. Es wird aufgezeigt, weshalb und wie sich das Transparenzproblem durch die Rating-Agentur als zusätzlichen Akteur in der Wertschöpfungskette bei solchen Nachhaltigkeitsfonds erhöht. Die gesetzlich vorgeschriebenen Wertpapierprospekte reichen in solchen mehrstufigen Wertschöpfungs- und Prinzipal-Agent-Beziehungen als alleinige Informationsquellen zur Beurteilung der Nachhaltigkeit nicht mehr aus. Anleger sind daher auf nicht aufsichtsrechtlich vorgeschriebene, zusätzliche Informationsquellen angewiesen. Insgesamt bedingt die Vielzahl an unterschiedlichen Informationsquellen, ihre mangelnde Vergleichbarkeit und unterschiedliche Tiefe und Breite für Anleger eigene kostenerzeugende Rechercheleistungen. Je nach finanzieller Bildung, verfügbarer Zeit und Recherchekapazität kann es für Anleger im Einzelfall durchaus sehr aufwändig sein herauszufinden, welche ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien zur Titelauswahl im Nachhaltigkeitsfonds geführt haben und ob diese mit den eigenen Nachhaltigkeitsvorstellungen übereinstimmen. Das Marketing für solche Nachhaltigkeitsfonds i.S. von "Vertrauensgütern" muss dann mehr sein als plakative Werbung. Es erfordert begleitend eine glaubwürdige Reputation der Kapitalverwaltungsgesellschaft als erfahrener, verlässlicher Anbieter mit einer hohen eigenen Unternehmensnachhaltigkeit. Inwieweit Gütezeichen wie Labels hierbei weiterhelfen, kommt sehr auf deren konkrete Zielsetzung und Ausgestaltung an.
The following article examines mutual funds distributed in Germany, which claim to be sustainability funds (SRI funds) and apply the Best-in-Class approach (BiC-approach) in combination with a Negative-Screening (in terms of exclusion criteria). The aim of the survey is to elevate the way in which funds provide transparency to the investor with respect to the underlying BiC- and screening method and to determine the differences among those funds according to these information. The identification of the information asymmetry between investor and provider, its extent and structure aims to deviate recommendations, inter alia, for the protection of investors and the marketing of SRI funds. The investigation identified six different categories of implemented BiC approaches together with Negative-Screenings. At the moment of investigation analyzed funds were predominantly invested in corporate securities. The implementation of the screening process and any exclusion criteria as well as their turnover tolerances has been made transparent by most of the funds. Information deficits persist in the detailed listing of ESG criteria within the BiC and the value-added chain applied exclusion criteria. Noticeable is the high proportion of SRI-funds drawing the sustainable-universe as a wholesale service with a rating agency. The causes and extent of an exacerbated transparency problem by an additional player in form of a rating agency within the value chain of such sustainability funds is presented. The statutory securities prospectuses within such multi-level value - and principal-agent relationships are not sufficient as the sole source of information for the evaluation of sustainability. Therefore investors have to rely on unregulated additional sources of information. Overall, the large number of different information sources, their lack of comparability as well as different depth and width, require costly research by investors. Depending on the financial education, available time and research capacity, the identification of applied ecological, social and governance criteria for the selection process and thereby the application of the individual sustainability concept within the sustainability fund can be quite costly in the individual case. The marketing of such sustainability funds in the sense of "credence goods" in this case ought to be more than a catchy advertisement. It requires an attendant credible reputation of the financial investment management company as an experienced, reliable supplier with a high self-commitment towards sustainability. To what extent certifications and labels help within this context relies on their concrete objective and design.
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