Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.18419/opus-6160
Authors: Stephan, Werner
Title: Sonnenuhren : ein Beitrag zur Konstruktion und Geschichte; Ausstellung in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt im Schloß vom 12. Sept. bis 31. Okt. 1980
Issue Date: 1980
metadata.ubs.publikation.typ: Buch
metadata.ubs.publikation.source: Sonnenuhren. Ein Beitrag zur Konstruktion und Geschichte. [Ausstellung und Katalog: Werner Stephan]. Darmstadt: 1980
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:93-opus-34203
http://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/6177
http://dx.doi.org/10.18419/opus-6160
Abstract: Sonnenuhren waren für den Bearbeiter dieser Ausstellung und des Kataloges zunächst kein Thema, unter dem er sich eine Ausstellung vorstellen konnte. Solange jedenfalls nicht, bis er vor etwa zwei Jahren bei Ordnungsarbeiten in der Karten- und Plansammlung der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt Ausschneidebögen für Sonnenuhren entdeckte. Aus einer Spielerei, dem Zusammensetzen der Bögen zu Blocksonnenuhren, reifte allmählich die Idee, eine Ausstellung vorzuschlagen. Dem Charakter einer Bibliothek entsprechend sollten hauptsächlich Bücher gezeigt werden. Sehr schnell ließ sich anhand des Sachkatalogs feststellen , daß neuere Literatur dazu nicht vorhanden war. Nur durch die Aufstellungssystematik Andreas A. E. Schleiermachers, der von 1811 - 1830 Hofbibliothekar im Darmstädter Schloß war, erfuhren wir, daß die Bibliothek ältere Literatur zu diesem Thema in größerer Auswahl besitzt. Ein Teil davon ist jetzt in der Ausstellung zu sehen. Beim Bearbeiten der Bücher stellte sich, für den Bearbeiter überraschend, heraus, daß es von ca. 1500 an durchaus üblich war, den theoretischen Werken Ausschneidebögen beizulegen. Diese ermöglichten es auch dem interessierten Laien als Käufer des Buches, Sonnenuhren zu bauen. Zumeist waren es Blocksonnenuhren, die so entstanden. Sie erfüllten neben ihrer Aufgabe, die Zeit anzuzeigen, auch den Zweck eines Schmuckstückes. Intere ssanterweise lag gerade zu diesem Zeitpunkt ein Buch aus Amerika vor, das gerade unter diesen Aspekten eine Reihe von Ausschneidebögen neu konstruierter Sonnenuhren anbietet. Es ist dies das Werk von Robert Adzema und Mablen Jones: "The great sundial cutout book", New York, Hawthorn Books 1978. Da die Bibliothek nur Literatur zur Konstruktion von Sonnenuhren besitzt, die nach 1520 erschienen ist, können frühere Bauanleitungen nicht dokumentiert werden. Doch ist durch die Ausstellung gerade eine Zeit des Übergangs dokumentiert. Denn auch nach der Erfindung der Räderuhr haben sich die Menschen die Zeit von der Sonnenuhr geben lassen. Ja bis ins 19. Jahrhundert hinein stellten die Türmer der Städte mittags die Uhren nach der Sonnenuhr. Die Vielfalt der bis ca. 1800 entstandenen Konstruktionsanleitungen überrascht. Danach verliert die Sonnenuhr an Bedeutung, der technische Fortschritt überholt eines der ältesten technischen Geräte. Erst in unserer Zeit beschäftigt man sich wieder mehr mit der Konstruktion von Sonnenuhren, wie an der Fülle der neueren Literatur abzulesen war. Auch Ausstellungen über alte Uhren sind in letzter Zeit häufig zu bcobachten. Beides hängt wahrscheinlich mit dem Trend zusammen, aus einer vertechnisierten Welt zurückblickend, Geschichte neu wahrzunehmen. Dazu gehört sicherlich auch der Bereich der Technikgeschichte, von dem ein Teil hier dokumentiert wird. Durch freundliche Unterstützung öffentlicher und privater Leihgeber konnten der Literatur sehr schöne Originalinstrumente gegenübergestellt werden. Sie tragen dazu bei, daß der Eindruck von der Formenvielfalt, deren sich die "Kompaßmacher" seit der Renaissance im Bau von Sonnenuhren bedienten, noch verstärkt wird. Die Sonnenuhr war sicherlich eines der ersten wissenschaftlichen Geräte des Menschen. Unter Wissenschaft wird dabei die Art der analytischen Forschung verstanden, die auf Zählen, Messen und exaktem Beschreiben beruht. Sonnenuhren in dem Sinne sind Objekte, die das Sonnenlicht oder den Schatten benutzen, um Informationen über dic Zeit, unseren Planeten, die Bewegung der Sterne oder die Ortsbestimmung auf der Erde zu geben. Die Benutzung der Sonnenuhr setzt eine vierdimensionale Weitsicht (drei Dimensionen plus Zeit) und die Vorstellung voraus, daß der Kosmos in Bewegung ist. Auch heutzutage ist diese Vorstellung nicht leicht. Um dem Besucher der Ausstellung und dem Leser des Kataloges eine Einführung zu geben, werden die astronomischen Gegebenheiten und das Prinzip der Sonnenuhr jeweils am Anfang erläutert. Im Katalog wird dieser Teil bei der Beschreibung der Ausstellungsstücke nicht wiederholt. Überrascht und erfreut waren wir durch das Interesse, das bereits die Vorbereitung der Ausstellung in der Öffentlichkeit gefunden hat. Durch eine Vorankündigung in den lokalen Zeitungen und einem Rundfunkinterview erhielten wir eine Reihe von Hinweisen auf Sonnenuhren an Gebäuden und in Gärten, die sich in Darmstadt und in der Umgebung befinden. Diese Uhren werden, soweit wir sie fotografieren konnten bzw. uns Fotos davon zur Verfügung standen, in einer Fotodokumentation in der Ausstellung gezeigt.
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